nordwärts-Dashboard
Economic indicators for Schleswig-Holstein and the nordic countries. (in German only)
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Das nordwärts-Dashboard umfasst eine ständig aktualisierte Sammlung wirtschaftlicher Kennziffern zu Schleswig-Holstein und zu den nordischen Staaten Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Für Schleswig-Holstein wird ein breites Spektrum an Daten präsentiert, das die unterschiedlichen Facetten der schleswig-holsteinischen Wirtschaft abbildet. Dazu gehören die Entwicklung von Wirtschaftskraft und Wachstum, die sektorale Strukturentwicklung, Veränderungen im Unternehmensbestand, die Lage auf dem Arbeitsmarkt, der Verlauf des Tourismusjahrs sowie die Exportsituation. Für die nordischen Staaten wird die aktuelle Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreisen und Arbeitslosigkeit dargestellt.
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Schleswig-Holstein
Am aktuellen Rand des Jahres 2024 betrug das Pro-Kopf-Einkommen Schleswig-Holsteins, gemessen als Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, 84 Prozent des deutschen Durchschnitts. Dies bedeutet einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, das relative Pro-Kopf-Einkommen bewegt sich damit seit dem Ende von Corona in einem Bereich von 83 bis 84 Prozent. Vor Corona war dieser Indikator aus dem 79 Prozent-Bereich nach und nach auf über 81 Prozent gestiegen und in den Corona-Jahren auf dann über 82 Prozent geklettert. Hier profitierte das Land von seiner relativen Industriearmut: Der industrielle Abschwung vor Corona traf das Land nicht so stark wie die industriereicheren Bundesländer im Süden. Im Corona-Jahr 2020 war Schleswig-Holstein von der industriellen Schrumpfung ebenfalls im geringeren Maß betroffen. Von der nachfolgenden industriellen Erholung konnte Schleswig-Holstein umgekehrt weniger profitieren.
Im Rückblick zeigt sich, dass die Entwicklung des relativen Pro-Kopf-Einkommens Schleswig-Holsteins im Verlauf der neunziger Jahre rückläufig war, der Zuwachs der Wirtschaftsleistung blieb hinter der Entwicklung in Deutschland insgesamt zurück. Dieser Prozess war nicht von größeren Sprüngen geprägt, sondern er war das Ergebnis eines allmählichen Erosionsprozesses — ein Aufholprozess kam nicht zustande, es blieb bei einer Bodenbildung. Während das schleswig-holsteinische Pro-Kopf-Einkommen in den frühen neunziger Jahren noch nahe am deutschen Durchschnitt lag, entwickelte es sich in der Folgezeit nur noch unterdurchschnittlich und sank auf eine Talsohle um 80 Prozent. Die relative Schwäche der wirtschaftlich stärkeren Bundesländer, vornehmlich aus dem Süden, hat dazu beigetragen, dass Schleswig-Holstein in den letzten Jahren wieder aufgeholt hat.
Dennoch nimmt Schleswig-Holstein im Bundesländervergleich des Jahres 2024 mit einem relativen Pro-Kopf-Einkommen von 84 Prozent einen hinteren Platz ein. Es liegt wie schon zu Beginn der 90er Jahre vor den fünf ostdeutschen Flächenländern, die aber im Verlauf der Jahrzehnte näher herangerückt sind. Dafür lag Schleswig-Holstein im Jahr 2024 fast gleichauf mit dem kleinen westdeutschen Flächenland Saarland und es war weniger als 3 Punkte von Rheinland-Pfalz entfernt. Der Nachbar im Norden, Hamburg, spielt allerdings mit einem relativen Pro-Kopf-Einkommen von 166 Prozent weiterhin in einer anderen Liga.
Nachdem im Jahr 2023 das reale schleswig-holsteinische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozentpunkte stärker als das deutsche BIP geschrumpft war, lag am aktuellen Rand des Jahres 2024 Schleswig-Holstein deutlich über dem Bundesdurchschnitt: einem schleswig-holsteinischen Wachstum von 1,2 Prozent stand eine deutsche Schrumpfung um 0,2 Prozent gegenüber. Bei der Betrachtung des Durchschnittswachstums in den letzten 5 Jahren zeigt sich jedoch kaum ein Wachstumsunterschied zwischen Schleswig-Holstein und Deutschland insgesamt.
Das vergleichsweise gute Abschneiden in den Jahren 2019 und 2020 ist auf den sektoralen Mix der schleswig-holsteinischen Wirtschaft zurückzuführen: Aufgrund des relativ geringen Gewichts des Verarbeitenden Gewerbes in Schleswig-Holstein traf der industrielle Abschwung im Jahr 2019 das Land weniger stark. Auch die nachfolgende Corona-Krise, die sich zu Beginn besonders im Verarbeitenden Gewerbe bemerkbar machte, richtete einen geringeren wirtschaftlichen Schaden in Schleswig-Holstein an. Zudem erwies sich der schleswig-holsteinische Industriemix mit einem größeren Anteil „medizinischer Erzeugnisse“ im ersten Corona-Jahr als vorteilhaft, ebenso war das Wachstum des relativ stark vertretenen Baugewerbes von Vorteil. Von der nachfolgenden industriellen Erholung in Deutschland konnte das Land hingegen entsprechend weniger profitieren. Am aktuellen Rand des Jahres 2024 kamen jedoch gerade aus dem Verarbeitenden Gewerbe des Nordens Wachstumsimpulse. Während die Bruttowertschöpfung der deutschen Industrie real um etwa 3 Prozent schrumpfte, legte die Industrie in Schleswig-Holstein um mehr als 2 Prozent zu. Nach Erkenntnissen von „Statistik Nord“ kamen die Wachstumsbeiträge vor allem aus dem „Sonstigen Fahrzeugbau“ und dem Bereich „Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen“. Unter dem „Sonstigen Fahrzeugbau“ sind u.a. der Schiffbau und die Herstellung von militärischen Kampffahrzeugen gefasst. In der Vergangenheit hatten insbesondere größere Ablieferungen im Schiffbau ihre Spuren in der industriellen Wertschöpfung des Landes hinterlassen. Hinzu kamen Impulse aus verschiedenen Dienstleistungsbereichen, wobei „Öffentlichen Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit“ einen großen Beitrag leisteten.
Während Schleswig-Holstein im Bundesländervergleich des Jahres 2023 beim realen Wirtschaftswachstum noch auf einem hinteren Platz gelegen hatte, landete es im Jahr 2024 hinter Hamburg und Schleswig-Holstein auf Platz 3. Die rote Laterne bekam das Saarland, die erfolgsgewöhnten Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern schrumpften sogar stärker als im Bundesdurchschnitt. Doch bedarf es einer Einordnung dieser Ergebnisse: Insbesondere bei kleineren Bundesländern mit einem schmalen wirtschaftlichen Fundament haben Sondereffekte und Branchenkonjunkturen einen größeren Effekt —Ausschläge nach oben und unten sind nicht selten. Dies zeigt sich am Beispiel Rheinland-Pfalz, das in den letzten Jahren sowohl zweistellig wuchs als auch erheblich schrumpfte. Hier war die Entwicklung bei Pharma und Chemie prägend. Aber auch große Bundesländer sind in Fall von Branchenkonzentrationen Schwankungen unterworfen, was die Entwicklung in den Sitzländern der zuletzt schwächelnden Automobilindustrie verdeutlicht.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsstruktur weicht deutlich vom deutschen Muster ab, wie die sektoralen Anteile an der Bruttowertschöpfung zeigen. Das Land hat am aktuellen Rand des Jahres 2024 einen größeren Agrarsektor (plus 0,7 Punkte), ein größeres Baugewerbe (plus 0,7 Punkte) sowie einen größeren Dienstleistungssektor (plus 2,2 Punkte). Wesentlich geringer ist hingegen der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes in Schleswig-Holstein (minus 5,5 Punkte). Bei den dominanten Dienstleistungen gibt es zudem deutliche Unterschiede: Der mit einem Anteil von fast 28 Prozent größte Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte“ ist um 4 Punkte größere als im deutschen Durchschnitt, der nächstgrößere und besonders produktive Dienstleistungsbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- u. Wohnungswesen“ ist hingegen um 2,5 Punkte kleiner, während der drittgrößte und insgesamt weniger produktive Dienstleistungsbereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ wiederum um 0,7 Punkte größer ist und dabei vom „Handel“ dominiert wird.
Im Jahr 2024 hat das Verarbeitende Gewerbe mit einer um 2,1 Prozent gestiegenen realen Wertschöpfung einen wichtigen Wachstumsbeitrag in Schleswig-Holstein geleistet. Auch der wesentlich gewichtigere Dienstleistungssektor trug mit einem realen Zuwachs von 1,3 Prozent anders als Im Vorjahr zum Wachstum in Schleswig-Holstein bei. Dabei wuchsen allerdings insbesondere die öffentlichen Dienstleistungen: Der Bereich „Öffentliche Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit“ wuchs alleine um 3,3 Prozent. Bei den privaten Dienstleistungen gab es aus den Bereichen „Information und Kommunikation“ (plus 1,6 Prozent), „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (plus 1 Prozent) und den Unternehmensdienstleistungen (plus 0,7 Prozent) Wachstumsbeiträge. Der große Dienstleistungsbereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe“ schrumpfte hingegen weiter, wenn auch weniger stark als im Vorjahr (minus 0,3 gegenüber minus 3,1 Prozent). Auch das in Schleswig-Holstein vergleichsweise stark vertretene Baugewerbe schrumpfte wie in den Vorjahren weiter — mit minus 4,8 Prozent sogar noch wesentlich stärker als im Jahr 2023 (minus 1,7 Prozent). Anders verlief die Entwicklung im (allerdings relativ kleinen) Agrarsektor: Dieser leistete im Jahr 2024 nach einer starken Schrumpfung im Vorjahr (fast minus 14 Prozent) einen Wachstumsbeitrag in Höhe von 1,8 Prozent. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt fällt insbesondere die unterschiedliche Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe auf, wo die Wertschöpfung in Deutschland insgesamt um fast 3 Prozent zurückging. Ansonsten gab es in Deutschland nur aus den Dienstleistungsbereichen Wachstumsbeiträge, die aber eine Schrumpfung der Wertschöpfung nicht verhindern konnten.
Die Zahl der Insolvenzverfahren ist in Schleswig-Holstein im Jahr 2023 erstmals nach Corona wieder gestiegen, mit 32 Prozent deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Allerdings wurde das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 noch nicht wieder erreicht. Dies Entwicklung kann aber nicht überraschen: In den Corona-Jahren 2020 und 2021 war die Insolvenzantragspflicht für überschuldete und zahlungsunfähige Unternehmen teilweise ausgesetzt und wurde erst schrittweise wieder eingeführt. Durch diese Maßnahme und durch „Corona-Hilfen“ sollten im Kern überlebensfähige Unternehmen auch in Schleswig-Holstein vor dem Marktaustritt bewahrt werden — die Schattenseite dieser Maßnahmen zeigte sich in einem geringeren Gläubigerschutz und dem Verbleib gescheiterter „Zombie-Unternehmen“ im Markt. Insofern kann der Anstieg der Insolvenzverfahren seit dem Auslaufen der Schutzmaßnahmen im Jahr 2022 nicht verwundern. Hinzu kommen aber auch die krisenhaften Entwicklungen seit 2022, die zu dem Anstieg am aktuellen Rand beitrugen. Bis Ende 2024 lag die Zahl der Insolvenzverfahren mit 833 in Schleswig-Holstein um fast 22 Prozent über dem Vorjahresniveau — dies war die höchste Zahl an Insolvenzen seit dem Jahr 2017. Der Anstieg der Insolvenzverfahren in Schleswig-Holstein im Jahr 2024 blieb dennoch leicht unter dem Bundesdurchschnitt von über 22 Prozent im Vorjahrsvergleich. Bis zum aktuellen Rand des Oktobers 2025 ist die Zahl der Insolvenzen in Schleswig-Holstein um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Januar bis Oktober 2024 weiter gestiegen — der kumulierte Anstieg fiel allerdings geringer aus als noch in den Vormonaten. Damit lag der Anstieg im laufenden Jahr 2025 auch um mehr als 6 Punkte unter dem Bundesdurchschnitt, der bis zum Oktober 11 Prozent betrug. Bis September hatte der Anstieg der Insolvenzen in Schleswig-Holstein noch über dem Bundesdurchschnitt gelegen.
Der Gewerbebestand hat sich in Schleswig-Holstein seit den 2000er Jahren durchweg positiv entwickelt. Die Gewerbeanmeldungen waren durchweg höher als die Gewerbeabmeldungen. Dies war selbst in Krisenzeiten der Fall. Allerdings muss bei der Bewertung dieser Entwicklung beachtet werden, dass diese Globalzahlen keine Aussagen zur Qualität der Gewerbeentwicklung erlauben und dass gerade in Krisenzeiten eine „Flucht in die Selbstständigkeit“ zu beobachten ist, die häufig mit einer prekären Einkommen- und Arbeitssituation verbunden ist. Im Jahr 2024 lag der Saldo der kumulierten Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen weiterhin im positiven Bereich, aber er war um fast 40 Prozent deutlich geringer als im Vorjahr. Bis zum aktuellen Rand des Oktober 2025 blieb der kumulierte Saldo positiv und überstieg den Wert des Vorjahreszeitraums von Januar bis Oktober 2024 um über 38 Prozent — damit stieg der kumulierte Saldo auch im Vergleich zum Vormonat September deutlich, der positive Trend seit Mai setzt sich fort.
Im gesamten Beobachtungszeitraum von Juni 2008 bis Juni 2025 lag der schleswig-holsteinische Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von fast 30 Prozent um mehr als 3 Punkte höher als im Bundesdurchschnitt. Bei den geringfügig Beschäftigten betrug der Zuwachs im gleichen Zeitraum 12,5 Prozent, was ebenfalls um mehr als 3 Punkte über dem Bundesdurchschnitt lag. Für diese Entwicklung war die stark wachsende Zahl der im Nebenjob geringfügig Beschäftigten ausschlaggebend, während die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten rückläufig war. Diese gegenläufigen Trends bei den geringfügig Beschäftigten lassen vermuten, dass eine wachsende Zahl von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine ergänzende Einkommensquelle als wünschenswert bzw. notwendig ansah.
Zum Stichtag Ende Juni 2025 hatte sich der Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Schleswig-Holstein im Vorjahresvergleich weiter fortgesetzt, auch wenn er mit 0,4 Prozent auf einem vergleichbar niedrigen Niveau wie schon in den Vorquartalen verharrte. Im Bundesdurchschnitt ging der Zuwachs hingegen noch weiter zurück, so dass im Vergleich der Juni-Quartale der Anstieg nur noch 0,1 Prozent betrug.
Ebenfalls um 0,4 Prozent stieg in Schleswig-Holstein die geringfügige Beschäftigung im Vergleich des Juni 2025 mit dem Juni 2024 an — der Zuwachs im Quartalsvergleich blieb damit konstant. Diese Entwicklung wurde erneut vom Zuwachs der im Nebenjob geringfügig Beschäftigten getragen, deren Zahl um fast 3 Prozent zunahm, während die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten um 1,4 Prozent weiter schrumpfte. Hingegen schrumpfte im Bundesdurchschnitt die gesamte geringfügige Beschäftigung im Juni-Quartals-Vergleich um 0,2 Prozent, was auf den Rückgang der ausschließlich geringfügig Beschäftigten zurückzuführen war.
Nach der umfassenden Erwerbstätigkeitsrechnung ist die Zahl der Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein seit dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2024 auf ein Rekordniveau von mehr als 1,48 Millionen im Jahresdurchschnitt gestiegen. Über den gesamten Zeitraum beträgt der Anstieg mittlerweile wie im Bundesdurchschnitt mehr als 15 Prozent. Im Jahr 2024 betrug der Anstieg im Vorjahresvergleich 0,5 Prozent, was über dem Bundesdurchschnitt lag. Ein weniger dynamisches Bild zeigt sich jedoch, wenn die Entwicklung des Arbeitsvolumens gemessen als geleistete Arbeitsstunden betrachtet wird. Das schleswig-holsteinische Arbeitsvolumen wuchs im Zeitraum von 2000 bis 2024 nur um 5,3 Prozent und blieb damit deutlich hinter der Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen zurück — am aktuellen Rand des Jahres 2024 lagt der Anstieg quasi bei null. Im Vergleich zu Deutschland war die Entwicklung in Schleswig-Holstein dennoch leicht besser. Entsprechend dieser auseinanderlaufenden Entwicklung von Erwerbstätigen und geleisteten Arbeitsstunden sind die Arbeitsstunden pro Kopf gesunken. Bei dieser Kennziffer beträgt der Rückgang von 2000 bis 2024 in Schleswig-Holstein fast 9 Prozent, am aktuellen Rand steht im Vorjahresvergleich ein Minus von 0,4 Prozent. Im Beobachtungszeitraum war in Deutschland insgesamt diese Entwicklung mit einem Minus von über 9 Prozent sogar noch ausgeprägter.
Die 2000er Jahre sind von einem Rückgang der ursprünglich hohen Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein gekennzeichnet. Im Jahr 2005 hatte die Arbeitslosenquote noch einen Rekordwert von 11,6 Prozent erreicht, danach ging die Quote sukzessive in den 5 Prozent-Bereich zurück. Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise schlugen sich die Aufschwungjahre in einer bis zur Corona-Krise sinkenden Arbeitslosigkeit nieder, eine Arbeitslosenquote von unter 5 Prozent schien nahe. Die Entwicklung auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt folgte dabei dem allgemeinen Deutschland-Trend. Auch der Anstieg der Arbeitslosenquote im ersten Corona-Jahr 2020 in Richtung 6 Prozent war nur von kurzer Dauer — hier wirkten Kurzarbeit und die allmähliche Wiederherstellung der Lieferketten dämpfend. Allerdings scheint mit den diversen Krisen der letzten Jahre und der damit einhergehenden Wachstumsschwäche der langanhaltende Abwärtstrend bei der Arbeitslosenquote, wie in Deutschland insgesamt, gebrochen zu sein. Nach Corona war die schleswig-holsteinische Arbeitslosenquote noch einmal auf 5,2 Prozent im Jahr 2022 gesunken. Doch seitdem ist die Quote von Jahr zu Jahr leicht gestiegen, so dass im Jahr 2025 die Quote mit 5,9 Prozent nur noch knapp unterhalb der 6- Prozent-Schwelle blieb. Im Vorjahresvergleich betrug der Anstieg 0,2 Punkte, die Zahl der Arbeitslosen stieg um fast 3.400 auf knapp 96.000. Dennoch blieb die schleswig-holsteinische Arbeitslosenquote relativ deutlich unter der deutschen Quote in Höhe von 6,3 Prozent. Damit war über die gesamten 2020er Jahre die schleswig-holsteinische Arbeitslosenquote geringer als die deutsche Quote.
Zum Ende des Jahres 2025 stieg die Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 5,8 Prozent an. Sie entsprach damit dem Wert des Dezembers 2024. Gleichzeitig war die Arbeitsmarktlage in Schleswig-Holstein auch im Dezember weiterhin besser als im Bundesdurchschnitt: In Deutschland betrug die Dezember-Quote 6,2 Prozent, der Anstieg im Vorjahresvergleich belief sich auf 0,2 Punkte.
Bei der Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein muss zwischen den beiden Rechtskreisen differenziert werden: Der kleinere Anteil entfällt auf Bezieher von Arbeitslosengeld 1 im Rechtskreis SGB III, die häufig nur vorübergehend arbeitslos sind, aber wo sich Krisen zuerst niederschlagen, wenn keine Dämpfung über Kurzarbeit oder andere staatlichen Hilfen erfolgt. Hier war die Quote seit 2016 relativ konstant bei knapp 2 Prozent geblieben — bis auf einen Corona-Ausschlag, der sich auch in der Gesamtarbeitslosenquote zeigte. Im Jahr 2024 wurde allerdings wieder die 2 Prozent-Marke erreicht. Es dominierte dennoch sehr deutlich die Arbeitslosigkeit von Bürgergeldbeziehern im Rechtskreis SGB II (früher „Hartz IV“), die eher langfristiger Natur ist und größere Anstrengungen bei der Reintegration in den Arbeitsmarkt erfordert. Bei dieser Komponente der schleswig-holsteinischen Arbeitslosigkeit war über die Jahre ein Rückgang aus dem 5-Prozent-Bereich in Richtung der 3 Prozent-Marke zu beobachten. Dieser Trend wurde durch die Krisen der letzten Jahre gebrochen, seit dem Jahr 2023 ist eine Bewegung in den 4-Prozent-Bereich erkennbar.
Im Gesamtjahr 2025 war der Anstieg der SGB III-Arbeitslosigkeit der Treiber der Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein: Der Anstieg auf 2,1 Prozent stand für einen Zuwachs um 3.152 SGB III-Arbeitslose auf 34.580 — die Arbeitslosenzahl stieg damit um 10 Prozent. Hier spiegelte sich wie im Vorjahr die schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung wider. Dieser Zuwachs war im Bundesdurchschnitt allerdings noch stärker, mit 2,3 Prozent lag die deutsche SGB III-Quote deutlich über der schleswig-holsteinischen Quote. Gleichzeitig lag im Gesamtjahr 2025 die SGB II-Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein mit 3,8 Prozent auf dem Vorjahresniveau und blieb damit weiterhin 0,1 Punkte unter dem Bundesdurchschnitt. Hier hatte sich bis zum Ende des Jahres 2025 kaum etwas bewegt.
Am aktuellen Rand des Dezember 2025 stieg bei der SGB III-Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein die Quote im Vormonatsvergleich erneute um 0,1 Punkte auf 2,1 Prozent, was einem Zuwachs von 1.560 Arbeitslosen entsprach. Damit lag die Quote auch um 0,2 Punkte über dem Wert des Dezember 2024. In Deutschland insgesamt blieb die SGB III-Quote im Dezember 2025 im Vergleich zum Vormonat mit 2,3 Prozent konstant — im Vergleich zum Dezember 2024 gab es jedoch auch im Bundesdurchschnitt einen Zuwachs um 0,2 Punkte.
Hingegen blieb am aktuellen Rand des Dezembers 2025 die Quote für die schleswig-holsteinische SGB II-Arbeitslosigkeit mit 3,6 Prozent gegenüber dem November konstant — damit einher ging ein Rückgang um 480 Arbeitslose. Im Vorjahresvergleich sank die schleswig-holsteinische SGB II-Quote sogar um 0,2 Punkte. Im Dezember 2025 blieb auch die höhere deutsche SGB II-Quote im Vergleich zum November mit 3,8 Prozent unverändert. Im Vorjahresvergleich betrug der Rückgang im Bundesdurchschnitt 0,1 Punkte.
Auf der Kreisebene zeigt sich am aktuellen Rand des Jahres 2025 eine breite Streuung der Arbeitslosigkeit von 4,4 bis 8,6 Prozent. Wie schon im Jahr 2024 wies kein Kreis eine Quote von unter 4 Prozent auf, was zuletzt im Jahr 2023 der Fall war. Die höchsten Quoten wiesen unverändert die vier kreisfreien Städte mit Flensburg als Spitzenreiter im Jahr 2025 auf. In absoluten Zahlen ragten dabei die bevölkerungsreichen Städte Kiel und Lübeck heraus, es folgten die Kreise Pinneberg und Segeberg. Die geringste Arbeitslosenquote wies im Jahr 2025 der Kreis Plön auf, nachdem in den Vorjahren Stormarn die Spitzenreiterposition innegehabt hatte. Was die Veränderung der Arbeitslosenzahlen betrifft, war in Stormarn mit 7,1 Prozent der Zuwachs der Arbeitslosenzahl im Kreisvergleich am höchsten, es folgten Heide und Schleswig-Flensburg mit 6,6 bzw. 6,5 Prozent. Hingegen ging die Arbeitslosenzahl in Neumünster leicht um 0,2 Prozent zurück.
In den Kreisen Schleswig-Holsteins dominierte auch 2025 die langfristige SGB II-Arbeitslosigkeit: Im Vergleich der Kreise zeigte sich eine Spannbreite des SGB II-Anteils von 54,7 Prozent (Ostholstein) bis 73,3 Prozent (Kiel). Die Arbeitslosigkeit in Kiel und Lübeck war wie schon 2025 in besonderen Maß von der SGB II-Arbeitslosigkeit geprägt — die beiden kreisfreien Städte überstiegen als Einzige die 70 Prozent-Schwelle —, was insbesondere auf die Sozialstrukturen in den kreisfreien Städten zurückzuführen ist. Generell rührt das hohe Gewicht der SGB II-Arbeitslosen daher, dass diese in der Regel schwerer als SGB III-Arbeitslose für den ersten Arbeitsmarkt mobilisiert werden können. Die Wachstumsschwäche und ein sich beschleunigender Strukturwandel haben allerdings im Verlauf des Jahres 2025 vor allem zu einer größeren Zahl von SGB III-Arbeitslosen geführt — entsprechend ist das Gewicht der SGB II-Arbeitslosigkeit bei einer insgesamt gestiegen Arbeitslosigkeit gesunken.
Wenn die weiter gefasste Unterbeschäftigung betrachtet wird — also Arbeitslose und Personen in Maßnahmen der Arbeitsförderung —, ergaben sich im Kreisvergleich Quoten von 5,6 Prozent (Stormarn) bis 10,8 Prozent (Flensburg). In den kreisfreien Städten lag die Unterbeschäftigungsquote im Jahr 2025 ausnahmslos über 10 Prozent, die Differenzen zu den Arbeitslosenquoten lagen hier alle im 2 Prozentbereich. Diese Unterschiede waren in den Flächenkreisen weniger stark ausgeprägt.
Der Tourismus in Schleswig-Holstein war von der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit hart getroffen. Doch mit dem Jahr 2022 begann auch für den Tourismus die große Erholung von der Pandemie, am Jahresende konnte ein Zuwachs von mehr als 4 Prozent gegenüber dem Jahr Vor-Corona-Jahr 2019 verbucht werden. Seitdem sind die Übernachtungen in Schleswig-Holstein ständig gestiegen, so dass nach 2023 auch im Jahr 2024 ein neuer Rekord mit 38.089.663 Übernachtungen verbucht werden konnte.
Das Jahr 2024 schloss mit einem Zuwachs von 6 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 ab, wobei sich im Verlauf des Jahres 2024 die Übernachtungszahlen durchgehend über dem Vor-Corona-Niveau bewegten. Dennoch war das Jahr von einem Auf und Ab der Übernachtungszahlen geprägt: So führten die relativ frühen Osterferien in den bevölkerungsreichen Bundesländern zu Schwankungen der kumulierten Übernachtungszahlen. Bis Mai 2024 war die Zahl der Übernachtungen dennoch um nahezu 100.000 höher als im Vorjahreszeitraums. Der Sommer 2024 startete allerdings relativ schwach, ehe durch einen starken August der entstandene Rückstand zum Vorjahr verringert werden konnte. Bis November wurde sogar das Niveau des Vorjahres fast wieder erreicht. Mit den Dezemberzahlen wurde schließlich knapp ein neuer Übernachtungsrekord realisiert — nach den vorläufigen Zahlen betrug die Differenz gerade einmal 55.000 Übernachtungen im Vorjahresvergleich.
Das Tourismusjahr 2025 hat sich bis zum Oktober erneut sehr positiv entwickelt, es gab wie in den Vorjahren ein deutliches Übernachtungsplus gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019: Mit 35,3 Mio. Übernachtungen war die Zahl der Übernachtungen mehr als 7 Prozent höher als im Vergleichszeitraum Januar bis Oktober 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von Januar bis Oktober2024 betrug das Plus fast 430.000 Übernachtungen. Schon seit Juni hatte die kumulierte Zahl der Übernachtungen durchgehend über dem Vorjahreszeitraum gelegen. Diese Entwicklung deutet auf einen neuen Übernachtungsrekord für das Jahr 2025 hin.
Schleswig-Holstein gehört zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern zu den beiden Bundesländern mit der höchsten Tourismusintensität, so auch am aktuellen Rand des Jahres 2024. Bei den Übernachtungen je 1000 Einwohnern liegt Mecklenburg-Vorpommern mit fast 21.000 weit vorne im Bundesländervergleich, Schleswig-Holstein nimmt jedoch mit großem Abstand auf die dann folgenden Bundesländer mit knapp 13.000 Übernachtungen je 1000 Einwohnern Rang 2 ein. Wenn nur die absolute Zahl der Übernachtungen betrachtet wird, lag das große Bayern mit 102,7 Millionen Übernachtungen an der Spitze, während das wesentlich kleinere Schleswig-Holstein mit 38,1 Millionen Übernachtungen auf Platz 5 landete.
Im Jahr 2024 waren wie schon im Vorjahr die Niederlande mit 11,2 Prozent der wichtigste Exportmarkt Schleswig-Holsteins, gefolgt von Belgien mit 7,9 Prozent und den Vereinigten Staaten mit 7,2 Prozent. Der niederländische Anteil entsprach damit fast dem Vorjahreswert, während Belgien, die Vereinigten Staaten und auch der Viertplatzierte Italien jeweils etwa einen Prozentpunkt gegenüber dem Jahr 2023 einbüßten. Auf die 10 größten Zielländer für schleswig-holsteinische Exporte entfielen mit einem Anteil von 60,7 Prozent des Gesamtexports insgesamt 2,4 Punkte weniger als noch im Jahr 2023 — der schleswig-holsteinische Export war damit weniger stark konzentriert. Die Struktur der Haupthandelspartner Schleswig-Holsteins weicht nicht grundlegend von der Struktur Deutschlands insgesamt ab. Doch es gibt Unterschiede, darunter insbesondere: Der intensivere Handel mit dem Nachbarn Dänemark, der schwächer ausgeprägte Handel mit den Vereinigten Staaten und China sowie der höhere EU-Anteil, der mit 60,5 Prozent um mehr als 6 Punkte über dem Bundesdurchschnitt im Jahr 2024 lag.
Unterschiede zwischen Schleswig-Holstein und Deutschland insgesamt zeigen sich auch bei den Güterstrukturen des Exports: Den größten Stellenwert in Schleswig-Holstein hat der Pharma-Export mit einem Anteil von mehr als 16 Prozent am schleswig-holsteinischen Gesamtexport, während dessen Anteil im Bundesdurchschnitt nicht einmal auf die Hälfte kommt. Für Deutschland ist hingegen der Export von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit einem Anteil von fast 17 Prozent das Exportschwergewicht. Aufgrund der in Schleswig-Holstein nur schwach vertretenen Automobilindustrie beträgt der Exportanteil von Kraftwagen und Kraftwagenteilen im Land nur gut 5 Prozent. Der Maschinenbau nimmt in Schleswig-Holstein wie in Deutschland mit einem Anteil von fast 14 Prozent Rang 2. ein. Der Export von Nahrungs- und Futtermitteln mit einem mehr als doppelt so hohen Anteil von fast 11 Prozent im Vergleich zu Deutschland insgesamt spiegelt die größere Rolle der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein wider. Der Export von chemischen Erzeugnissen wie auch von Medizintechnik hat für Schleswig-Holstein ebenfalls ein überdurchschnittliches Gewicht. Allerdings weisen die Exportstrukturen des Landes eine hohe Volatilität auf. Diese resultiert aus der schmalen Exportbasis Schleswig-Holsteins, die mit der relativen Industrieschwäche des Landes zusammenhängt. So schlagen sich Branchenkonjunkturen und einzelne Großaufträge in der Exportbilanz Schleswig-Holsteins unmittelbar nieder, beispielsweise wenn U-Boote nach Singapur geliefert werden.
Nach den vorliegenden Daten für das erste Halbjahr 2025 hat sich bei der Struktur der Haupthandelspartner wenig verändert: Die Niederlande waren, wenn auch mit einem geringeren Anteil von etwas mehr als 9 Prozent, weiterhin das Hauptbestimmungsland für den schleswig-holsteinischen Export. Der Anteil der Vereinigten Staaten erhöhte sich im Vergleich zum Jahr 2024 um einen Prozentpunkt auf über 8 Prozent, was Rang 2 bedeutete. Hier mögen allerdings vorgezogene Exporte aufgrund des Zollkonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und der EU eine Rolle gespielt haben, so dass sich am Ende des Jahres ein ganz anderes Bild ergeben kann. Dänemark kletterte mit einem Zuwachs von mehr als einem Prozentpunkt auf Rang 3. Diese Halbjahreszahlen sind generell unter Vorbehalt zu sehen, da alleine schon die Abwicklung von Großaufträgen im weiteren Jahresverlauf zu deutlichen Anteilsverschiebungen führen kann.
Die Verdopplung der schleswig-holsteinischen Exportquote seit den 1990er Jahren auf mehr als 24 Prozent im Jahr 2022 ist Folge der Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, die auch in Schleswig-Holstein den Außenhandel prägt. Allerdings relativiert sich der Globalisierungserfolg des Landes durch den Vergleich mit der Exportentwicklung in Deutschland insgesamt. Hier fand auf einem wesentlich höheren Ausgangsniveau ebenfalls fast eine Verdoppelung statt. Die deutsche Exportquote stieg von etwa 20 auf mehr als 40 Prozent im Jahr 2022. Seitdem ist die Exportintensität in Deutschland bis zum aktuellen Rand des Jahres 2024 auf 36 Prozent und damit um mehr als 4 Punkte zurückgegangen. Der Rückgang der schleswig-holsteinischen Exportintensität auf 22 Prozent betrug im gleichen Zeitraum 2,5 Punkte, was, wie für Deutschland insgesamt, einer Schrumpfung um etwa 10 Prozent entspricht.
Nordische Staaten
Schweden
BIP:
Nach einem leichten Rückgang um 0,1 % im ersten Quartal nahm die gesamtwirtschaftliche Produktion in Schweden im zweiten Quartal 2025 um 0,5 % zu. Damit schloss die Wirtschaft wieder an den in der zweiten Jahreshälfte 2024 verzeichneten Aufschwung an. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Anstieg zuletzt 1,4 Prozent. Aktuelle Indikatoren deuten auf eine fortgesetzte Expansion im dritten Quartal hin. Belastet wird der Ausblick allerdings durch die unsicheren Aussichten für den Export.
Inflation:
In Schweden ist die Inflationsrate zuletzt wieder etwas gestiegen, auf 1,1 % im August, nachdem sie im Frühjahr fast auf null gesunken war. Sie liegt aber immer noch unter dem Inflationsziel von 2 %. Die Kernrate der Inflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) liegt indes weiter über dem Ziel, ebenso wie die von der Notenbank präferierte Rate mit fixem Zinssatz. Die harmonisierte Inflation nach EU-Standard weist mit einer Rate von zuletzt 3,4 sogar auf einen wieder steigenden Preisdruck hin.
ALQ:
Die Arbeitslosigkeit stieg in Schweden seit dem Sommer 2022 in der Tendenz an. Im Januar 2025 erreichte sie mit 9,6% den höchsten Wert seit Juli 2020. Im Juli war sie mit 8,9 % wieder etwas niedriger, aber immer noch über dem Niveau vor einem Jahr.
Norwegen
BIP:
Das norwegische Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Halbjahr 2025 deutlich gestiegen, im 2. Quartal um 0,8%. Der Anstieg folgte einem kräftigen Rückgang im Halbjahr zuvor. Der Verlauf des norwegischen Bruttoinlandsprodukts wird stark durch die Schwankungen der Aktivität im Öl- und Gassektor geprägt. In der übrigen Wirtschaft ("Mainland GDP") ist die Aktivität in der Grundtendenz deutlich aufwärtsgerichtet. Im ersten Halbjahr legte die Produktion noch stärker zu, und ein Rückgang war nur im vierten Quartal 2024 zu verzeichnen.
Inflation:
Der Inflationstrend in Norwegen ist seit Anfang des Jahres 2025 wieder aufwärtsgerichtet. Mit einer Rate von 3,5% war die Inflation im August wieder deutlich höher als im Dezember 2024 (2,2%). Die Kernrate ohne die stark schwankenden Preise von Energie und Nahrungsmitteln ist mit 3% ebenfalls wieder etwas höher als im vergangenen Herbst.
ALQ:
Die Arbeitslosenquote in Norwegen war im Verlauf des Jahres 2025 in der Tendenz aufwärtsgerichtet. Im Juli lag sie 4,5% zwar wieder deutlich unter dem im Juni verzeichneten Hoch von 5,5%, war aber immer noch merklich höher als ein Jahr zuvor.
Finnland
BIP:
In Finnland hat sich die Konjunktur zuletzt wieder abgeschwächt. Im zweiten Quartal 2025 sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,4%, nach einer Stagnation im ersten Quartal. Damit ist die Erholung von der Rezession des Jahres 2023 bereits wieder zu Ende. Für das Jahr 2025 insgesamt ist nur mit einem geringfügigen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion zu rechnen, nach zwei Jahren mit rückläufiger Produktion.
Inflation:
Die Inflationsrate in Finnland ist ausgehend von einem Höchststand von 9,1% (Dezember 2022) rasch gesunken. Vor aufgrund gesunkener Hypothekenzinsen lag sie gemäß dem nationalen Verbraucherpreisindex in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 sogar nur noch wenig über Null. Die Harmonisierte Inflationsrate nach Eurostat, die keine Zinszahlungen der privaten Haushalte berücksichtigt, ist deutlich höher und lag zuletzt (August 2025) mit 2,2% geringfügig über der Zielmarke der EZB.
ALQ:
Die Arbeitslosenquote ist angesichts der schwachen Konjunktur weiter gestiegen. Die Arbeitslosenquote (standardisiert nach Eurostat) stieg im bisherigen Verlauf des Jahres 2025 deutlich an und lag im August bei 10,0%.
Dänemark
BIP:
Das Bruttoinlandsprodukt in Dänemark stieg im zweiten Quartal 2025 kräftig, um 1,3%, nachdem es im ersten Quartal ebenso deutlich gesunken war. Maßgeblich war ein neuerlicher deutlicher Anstieg der Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe, vor allem in der Pharmaindustrie. Wenige große, international agierende Unternehmen in diesem Wirtschaftsbereich beeinflussen seit einiger Zeit die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Dänemark stark. Der starke Aufschwung in diesem Bereich scheint aber erst einmal zu Ende, so dass der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in diesem und im nächsten Jahr deutlich schwächer ausfallen dürfte als im Jahr 2024.
Inflation:
In Dänemark ist die Inflationsrate weiterhin in etwa zielgerecht. Sie war im Sommer 2025 zwar etwas höher als vor einem Jahr, lag aber bei etwa 2%. Im August betrug sie 1,9%. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel ist allerdings seit Ende vergangenen Jahres aufwärtsgerichtet und lag im August bei 2,3%. Dies deutet darauf hin, dass der Inflationsdruck in der Grundtendenz zunimmt.
ALQ:
Die Arbeitslosigkeit in Dänemark ist zwar nach wie vor historisch niedrig, sie steigt aber ausgehend von ihrem im Frühjahr 2022 verzeichneten Tiefpunkt von 2,1% seit nach und nach leicht an. Im den Monaten Juni und Juli 2025 betrug sie 2,6%.