US-Wirtschaftspolitik: Keine radikale Kehrtwende zu erwarten
Prof. Dr. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts, kommentiert die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen 2026:
„Die großen Gewinner sind die amerikanische Demokratie und der Rechtsstaat, und das ist auch wirtschaftlich positiv, weil die Kontrollinstanzen funktionieren. In der Haushaltspolitik wird sich kurzfristig nicht viel ändern. Es ist möglich, dass die Defizite steigen, wenn einige der Ausgabenpläne der Demokraten Mehrheiten finden.
In der Handels- und Chinapolitik nimmt der Handlungsspielraum von Donald Trump etwas ab, eine radikale Kehrtwende ist aber nicht zu erwarten. Denn in der Außenpolitik hat der US-Präsident weiterhin das Zepter in der Hand. Die Zölle verhängt er nicht per Gesetz, sondern per Dekret am Kongress vorbei.
Jedoch dürfte es mehr Druck auf Trump seitens der eigenen Partei geben, die Benzinpreise durch eine Lösung im Iran-Krieg wieder auf ein normales Niveau zu bringen. Positiv ist das Ergebnis sicherlich auch für die Ukraine, weil es für Trump schwerer wird, die Vorgaben des Kongresses zu ignorieren.“