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30.10.2026

Statement

Deutsche Wirtschaft bleibt trotz Gegenwind auf Erholungskurs

Dr. Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut, kommentiert die aktuellen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2026 des Statistischen Bundesamtes, wonach dieses um 0,2 Prozent gestiegen ist:

„Die deutsche Wirtschaft hat ihre Erholung trotz der Belastungen durch den Irankrieg und das Niedrigwasser fortgesetzt. Dass die Wirtschaftsleistung dabei etwas langsamer zulegte als in den Vorquartalen, hatte sich bereits abgezeichnet. So hatten einige Branchen in der ersten Jahreshälfte von vorübergehenden Wettbewerbsvorteilen profitiert, da ausländische Konkurrenten stärker von den Liefer- und Produktionsstörungen infolge des Irankriegs betroffen waren. Dieser positive Sondereffekt dürfte inzwischen jedoch nachgelassen haben, so dass die Belastungen durch die gestiegenen Rohstoffpreise stärker ins Gewicht fallen. Zudem hat das Niedrigwasser im Rhein die Produktion beeinträchtigt.   

Die Erholung dürfte sich in den kommenden Quartalen fortsetzen. Dafür sprechen auch die jüngsten Unternehmensbefragungen. Die gestiegenen Exporterwartungen deuten darauf hin, dass die Unternehmen wieder stärker von der robusten Weltkonjunktur profitieren können. Der weltweite KI-Boom eröffnet dabei zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Auch die steigenden Verteidigungsausgaben stützen die Produktion. Die deutlich verbesserte Stimmung in der Industrie spiegelt sich allerdings in den bis August vorliegenden Daten zu Produktion, Umsätzen und Auftragseingängen erst teilweise wider.

Einer höheren wirtschaftlichen Dynamik stehen mehrere Faktoren entgegen. So werden die gestiegenen Rohstoffpreise die Kaufkraft der privaten Haushalte noch weit in das kommende Jahr hinein belasten, zumal die höheren Kosten teilweise erst mit Verzögerung an die Verbraucher weitergegeben werden. Zudem dürften von der Finanzpolitik in den kommenden Jahren deutlich geringere zusätzliche Impulse ausgehen. Schließlich begrenzen die anhaltenden Standortprobleme die wirtschaftliche Expansion.“

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