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27.08.2026

Statement

Reallohnanstieg erleidet Dämpfer

Dr. Dominik Groll, verantwortlich für die Arbeitsmarktanalyse am Kiel Institut für Weltwirtschaft, kommentiert die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Lohnentwicklung im zweiten Quartal 2026, wonach die Reallöhne um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind:

„Die Bruttomonatsverdienste je Arbeitnehmer legten im zweiten Quartal des laufenden Jahres mit nominal 4,1 Prozent ähnlich kräftig zu wie in den beiden vorangegangenen Quartalen. Da sich die Verbraucherpreisinflation von 2,2 Prozent im ersten Quartal auf 2,5 Prozent im zweiten Quartal erhöhte, fiel der Reallohnanstieg mit 1,5 Prozent niedriger aus als im Vorquartal. Die höhere Verbraucherpreisinflation ging auf die kräftig gestiegenen Energiepreise infolge des Irankriegs zurück. Der sogenannte Tankrabatt hat nur einen Teil des Anstiegs der Preise für Diesel und Benzin ausgleichen können. 

Im laufenden, dritten Quartal wird die Inflationsrate wohl erneut etwas höher ausfallen als im Vorquartal. Hierauf deutet nicht zuletzt der bereits vorliegende Wert für Juli in Höhe von 2,8 Prozent. Der Nominallohnanstieg dürfte zudem wohl etwas an Fahrt verlieren. Vor diesem Hintergrund werden die Reallöhne voraussichtlich abermals langsamer steigen.

Insgesamt ist der Anstieg der Energiepreise aufgrund des Irankriegs bislang nicht zu vergleichen mit dem im Zuge des Ukrainekriegs im Jahr 2022. Zwar bewegt sich die Teuerung bei Benzin, Diesel und Heizöl in einer ähnlichen Größenordnung, allerdings sind Erdgas und Strom weitaus weniger betroffen. Im Ergebnis wird die Kaufkraft der Arbeitnehmer – anders als damals – voraussichtlich nicht sinken, sondern nur weniger stark steigen.“

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