Wirtschaftspolitischer Beitrag
Lässt sich am Preis noch etwas machen? Heterogenität im Angebotsverhalten nach der Zinswende
GREIX-Insight
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Geldpolitik
Finanzmärkte
Immobilienmarkt
Wirtschaftspolitik in Deutschland
- Der Zinsanstieg seit Anfang 2022 hat den Markt für Eigentumswohnungen vor allem über die Zahl der Verkäufe getroffen. Die Transaktionen gingen um gut 30 Prozent zurück, die Preise dagegen nur um rund 15 Prozent.
- Hinter diesem Aggregat stehen unterschiedliche Anpassungsmuster. Im oberen Qualitätssegment ist die Anzahl der Transaktionen um knapp die Hälfte gesunken, während die Preise lediglich um rund 9 Prozent zurückgingen. Im unteren Qualitätssegment fiel der Transaktionsrückgang deutlich geringer, der Preisrückgang dagegen deutlich stärker aus.
- Dieses gegenläufige Muster lässt sich nicht allein durch unterschiedlich starke Nachfrageschocks erklären und deutet auf Unterschiede in der Reaktion des Angebots hin. Inseratsdaten stützen diese Interpretation: Verkäufer hochwertiger Wohnungen passen ihre Preisvorstellungen seltener an, ohne dass die Objekte länger am Markt bleiben. Gleichzeitig lassen die Daten den Schluss zu, dass dort besonders viele Inserate enden, ohne dass ein Verkauf erfolgt.
- Preisindizes bilden damit gerade im oberen Qualitätssegment nur eine selektive Auswahl tatsächlich zustande gekommener Verkäufe ab. Die starke Anpassung zeigt sich dort weniger in den Preisen als in der Marktliquidität. Bei einer Erholung dürfte deshalb im hochwertigen Segment zunächst die Anzahl der Transaktionen steigen, während die Preisreaktion vergleichsweise gering ausfällt.