Gutachten
Aufschwung mit Strukturproblemen – Finanzpolitik auf Abwegen
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Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose legt hiermit ihre Analyse der Entwicklung der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft vor, die sie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellt hat. Die 153. Gemeinschaftsdiagnose mit dem Titel "Aufschwung mit Strukturproblemen – Finanzpolitik auf Abwegen" enthält eine detaillierte Kurzfristprognose bis zum Jahr 2028 sowie eine mittelfristige Projektion bis zum Jahr 2031. Das Schwerpunktthema befasst sich mit der Messung des Kapitalstocks und seiner Erfassung im Rahmen der Potenzialschätzung. Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit Ende des Jahres 2025 im Aufschwung. Die Wirtschaftsleistung ist in den vergangenen drei Quartalen nach einer mehrjährigen konjunkturellen Schwächephase beschleunigt gestiegen und liegt nun erstmals wieder über dem Niveau, das Anfang des Jahres 2022 vor Ausbruch der damaligen Gaspreiskrise erreicht worden war. Gestützt von der expansiven Finanzpolitik und angesichts einer robusten Weltkonjunktur dürfte sich die Erholung grundsätzlich fortsetzen, auch wenn die hohen Energiepreise dämpfend wirken. Der Aufschwung bleibt im Vergleich zu früheren Zeiten ungewöhnlich schwach. Maßgeblich dafür ist das demografiebedingt weiter zurückgehende Potenzialwachstum. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,3 %, im nächsten Jahr um 1,1 % und im Jahr 2028 um 0,4 % zunehmen. Gegenüber dem Frühjahrsgutachten heben die Institute ihre Prognose damit für das laufende Jahr um 0,7 Prozentpunkte und für das kommende Jahr um 0,2 Prozentpunkte an. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt steigt das Finanzierungsdefizit des Staates von 4,1 % im laufenden Jahr auf 4,7 % im Jahr 2028. Nach Auslaufen der nationalen Ausweichklausel im Rahmen des aktuellen mittelfristigen finanzpolitisch-strukturellen Plans dürften sich Spannungen zwischen der deutschen Finanzplanung und dem EU-Regelwerk ergeben. Gespräche mit verschiedenen Institutionen haben im Vorfeld und während der Klausurtagung erneut sehr zum Gelingen der Gemeinschaftsdiagnose beigetragen. Hierfür danken wir allen Beteiligten aus den Bundesministerien, der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Kommission, dem Arbeitskreis Bau- und Wohnungsprognostik und dem Statistischen Bundesamt.