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18.06.2026

News

Wettbewerb mit China: Umfassende Zölle nicht das Mittel der Wahl

Der neue Kiel Policy Brief „Competing with China in third markets“ legt nahe, dass nicht nur China Marktanteile gewonnen hat, sondern dass Länder wie Deutschland und Frankreich in vielen Drittmärkten auch gegenüber anderen Wettbewerbern an Boden verloren haben. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der Herausforderungen hausgemacht ist und nicht allein durch den Aufstieg Chinas erklärt werden kann.

„Vor diesem Hintergrund ist es problematisch, handelspolitische Maßnahmen ausschließlich auf die Abwehr chinesischer Konkurrenz auszurichten. Breit angelegte Zölle auf Produkte aus China sollten nicht das Mittel der Wahl sein. Solche Maßnahmen adressieren nicht die zugrunde liegenden Wettbewerbsprobleme europäischer Unternehmen in Märkten außerhalb der EU und tragen nicht automatisch zu höherer Produktivität oder Innovationsfähigkeit bei“, sagt Julian Hinz, Direktor der Forschungsgruppe Handelspolitik. „Zudem besteht das Risiko kostspieliger Gegenreaktionen und einer weiteren Fragmentierung des internationalen Handels. Die dauerhafte Lösung für den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit sind Investitionen in Innovation und neue Technologien“, argumentiert Katharina Erhardt, Leiterin des Industrial Policy Labs am Kiel Institut.

„Wo sektorale Schutzmaßnahmen erwogen werden, sollten diese daher auf klar nachvollziehbaren strategischen oder sicherheitspolitischen Erwägungen beruhen oder durch eindeutige Hinweise auf unfaire Handelspraktiken – etwa nachgewiesenes Dumping – gerechtfertigt sein. Werden Zölle mit dem Ziel eingesetzt, Anpassungsprozesse zu erleichtern oder einen vorübergehenden Schutz zu gewähren, sollten sie grundsätzlich mit klar definierten Auslaufklauseln versehen werden“, fordern die beiden Studienautoren.

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