Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Kiel Institut in den Medien

Experte zu VW: Gehälter einfrieren ist ein "wichtiger Schritt"

Erscheinungsdatum

Mehr zum Thema

Arbeitsmarkt Globalisierung Deutschland

Volkswagen will laut der Gewerkschaft IG Metall die Gehälter der weltweit rund 660.000 Beschäftigten bis ‌2030 nicht erhöhen. (...) Von VW hieß es dazu, dass über "tarifliche Themen jeder Art" zuerst intern gesprochen werden solle, und zwar in Verhandlungen. Dirk Dohse spricht im Interview über die möglichen Pläne, ihre Auswirkungen und mögliche Einsparungen. (...)

 

TS: Herr Dohse, es ist noch nichts bestätigt, aber kommt so eine Nachricht jetzt für Sie überraschend?

 

DD: Dass der Volkswagen-Konzern existenzielle Probleme hat und dass sehr harte Tarifverhandlungen bevorstehen, ist seit Längerem bekannt. Aber die Nachricht, dass jetzt ein radikaler Plan vorliegt, die Gehälter vier Jahre lang nicht zu erhöhen, ist aus meiner Sicht schon überraschend. (...)

 

TS: Wie wird sich das für die einzelnen Mitarbeitenden auswirken?

 

DD: (...) Aber gut vier Jahre lang keine Lohnsteigerung ist natürlich schon heftig. Das ist eine Reallohnreduktion um zehn oder mehr Prozent - je nachdem, wie die Lohnsteigerung ausgefallen wäre.

 

TS: Was sind denn die Kostentreiber für Volkswagen? Also was sind die Hauptaspekte, dass so radikal gespart werden muss?

 

DD: (...) Der größte Kostenfaktor sind die Materialkosten bei Volkswagen, weit über 50 Prozent. Die Personalkosten machen rund 15 Prozent aus. Beim VW-Konzern liegen die bei rund 50 Milliarden Euro. Das ist also schon ein sehr wichtiger Brocken. (...)

 

TS: Der größte Kostenfaktor sind die Materialkosten bei Volkswagen, weit über 50 Prozent. Die Personalkosten machen rund 15 Prozent aus. Beim VW-Konzern liegen die bei rund 50 Milliarden Euro. Das ist also schon ein sehr wichtiger Brocken.

 

DD: (...) Aber ich denke, das ist schon halbwegs realistisch, was der Betriebsrat hier ausgerechnet hat. Und ich denke, der Betriebsrat hat auf jeden Fall einen Punkt, dass Personalkosteneinsparungen allein die Wettbewerbsfähigkeit nicht wiederherstellen können. Das ist sicherlich ein ganz wichtiger Teil des Ganzen, aber man muss auch in den anderen Bereichen sparen. Also bei den Materialkosten beispielsweise könnte man sparen, wenn man die Produktpalette reduzieren würde. Und vor allem, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, muss VW die Technologieführerschaft zurückgewinnen (...) Ich würde sogar argumentieren: Bei den Kosten für Forschung und Entwicklung, da sollte man nicht sparen. Da sollte man eher noch mehr drauflegen.

Mehr Publikationen

Themen

  • Blick über das Deck eines Containerschiffs

    Internationaler Handel

  • Demonstranten gegen den Krieg in der Ukraine

    Krieg gegen die Ukraine

  • Innenaufnahme der Kuppel des Reichstags

    Wirtschaftspolitik in Deutschland

Forschungszentren

  • Forschungszentrum

    Außenhandel