Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

22.01.2025

News

Trumps Zolldrohungen gefährden nordamerikanische Wirtschaft

Die jüngsten Zollandrohungen der neuen Trump-Regierung gegen Kanada und Mexiko könnten schwerwiegende wirtschaftliche Störungen in Nordamerika verursachen. Laut Simulationen eines kurzfristigen Szenarios mit dem KITE-Modell des Kiel Instituts für Weltwirtschaft würde die Verhängung eines 25-prozentigen Zolls auf alle US-Importe aus Kanada und Mexiko, einschließlich Öl, diesen Ländern erhebliche wirtschaftliche Kosten verursachen und gleichzeitig auch die Vereinigten Staaten negativ treffen.

Kanada und Mexiko wären von solchen Zöllen besonders stark betroffen, da fast drei Viertel ihrer Gesamtexporte auf den US-Markt entfallen. Innerhalb des ersten Jahres könnte dies zu einem starken Rückgang des realen BIP beider Volkswirtschaften,  für Mexiko um bis zu 4,1 Prozent, führen. „Die wirtschaftlichen Folgen solcher Zölle wären für Nordamerika gravierend und könnten bedeutende Effekte auf Wachstum und Handelsbeziehungen haben“, sagt Prof. Dr. Julian Hinz, Forschungsdirektor für Handelspolitik am Kiel Institut. Im Gegensatz dazu würden auch die USA unter höheren Kosten für importierte Energie und Produktionsinputs leiden, jedoch wären die wirtschaftlichen Auswirkungen weniger schwerwiegend, aber dennoch erheblich.

Global gesehen wären die Folgen begrenzt. Kurzfristig sind die Handelsumlenkungseffekte moderat, was bedeutet, dass andere Regionen, wie die EU, nahezu keine Auswirkungen spüren würden. Dennoch sollte die EU die US-Handelspolitik aufmerksam verfolgen, da Trump auch künftige Zölle auf europäische Exporte angedeutet hat, insbesondere in den Bereichen Automobil und Landwirtschaft.

In seinem Memorandum am Montag deutete Trump jedoch eine potenzielle Bereitschaft zur Verhandlung neuer Freihandelsabkommen an, was eine Gelegenheit bieten könnte, langjährige Handelsbarrieren im transatlantischen Handel anzugehen. Um Risiken zu mindern und Stabilität zu gewährleisten, könnte die EU ein neues Abkommen vorschlagen, das auf eine Stärkung der transatlantischen Beziehungen abzielt.

Zu den weiteren Zollandrohungen gehören eine 10-prozentige Abgabe auf Importe aus China sowie noch extremere Maßnahmen von 60 oder 100 Prozent, die während des Wahlkampfs erwähnt wurden. Auch wenn unklar bleibt, welche dieser Drohungen tatsächlich umgesetzt werden, könnte das Ausmaß der Störungen erheblich sein. „Die Unsicherheit darüber, welche dieser Maßnahmen umgesetzt werden, stellt eine Herausforderung für Unternehmen und politische Entscheidungsträger dar und unterstreicht die Notwendigkeit einer proaktiven Planung“, schlussfolgert Hinz.

Die csv-Datei, auf der die Grafik basiert, können Sie hier herunterladen.

Fachlicher Kontakt

  • Prof. Dr. Julian Hinz
    Forschungsdirektor

Medienkontakt

  • Elisabeth Radke
    Head of Outreach

Mehr Medieninformationen

  • News

    16.04.2026

    Engineer is working at high voltage substation performing inspection and check on power infrastructure to ensure safety and proper operation of electrical systems

    Ukraine Support Tracker: eine Milliarde Euro Energiehilfe im Winter 2025/26

    Die Energiekrise der Ukraine rückt in den Fokus der humanitären Hilfeleistungen: Im vergangenen Winter entfiel mit fast einer Milliarde Euro mehr als…

  • News

    24.03.2026

    Many transport ships on blue sea, tanker cargo ships

    Hormus-Schließung löst Angebotsschock aus und gefährdet Ernährungssicherheit

    Die Schließung der Straße von Hormus – eines nur 21 Seemeilen breiten Nadelöhrs, durch das etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und ein Viertel des…

  • News

    19.03.2026

    Automated Robot Arm Assembly Line Manufacturing. Modern Electric Car Smart Factory.

    Der Industrial Accelerator Act der EU: Zukunftsorientierung stärken

    Der Industrial Accelerator Act (IAA) der Europäischen Kommission soll die europäische Industrie widerstandsfähiger, wettbewerbsfähiger und…