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04.12.2024

Statement

Handelsstreit USA – China: Spannungen nehmen zu, zum Nachteil Deutschlands

Rolf Langhammer, Handelsexperte und ehemaliger Vizepräsident am IfW Kiel, kommentiert die jüngste Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China. Peking verbietet den Export in die USA von wichtigen Rohstoffen, die für die Halbleiterproduktion in der zivilen und militärischen Produktion von Bedeutung sind.

„China dreht die Schraube im Chip-Krieg gegen die USA eine Drehung weiter.  Peking macht damit deutlich, dass es als wichtigster Produzent dieser Rohstoffe an der Quelle der gesamten Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie sitzt und verfolgt vier Ziele. 

Erstens will es diejenigen chinesischen Unternehmen identifizieren, deren Lieferketten zu internationalen Märkten und zu den USA kurzfristig so zielgerichtet von der chinesischen Regierung unterbrochen werden können, dass die westliche Halbleiterproduktion und insbesondere die Rüstungsindustrie von Versorgungsengpässen getroffen wird. 

Zweitens will es die Schwachstellen in der amerikanischen Produktion von Halbleitern herausfinden. Dazu gehört auch die Fähigkeit, schnell auf andere Lieferquellen umzuschalten und rasche Preisanstiege abzufedern.  Die USA beziehen etwa die Hälfte ihres Bedarfs an kritischen Halbleiterelementen aus China, produzieren diese Produkte aber noch nicht selbst.

Drittens spaltet es den Markt und gibt chinesischen Produzenten einen Wettbewerbsvorteil bei der Verarbeitung der Rohstoffe. Es fördert also die Importsubstitution.

Viertens sendet es ein Signal an den kommenden Präsidenten Trump, dass es sich auf einen Handelskrieg mit Zöllen gut vorbereitet sieht und statt einer simplen Behinderung chinesischer Güterexporte auf seine Trumpfkarte setzt, die Kontrolle des Zugangs zu kritischen Rohstoffen für die IT-Industrie. 

Die geoökonomischen Spannungen nehmen also zu, zum Nachteil Deutschlands. Daher muss das Land seinen Einfluss in der EU geltend machen, die Politikberatung in Zusammenarbeit mit allen Betroffenen zu intensivieren. Ziel muss es sein, kurzfristige Engpässe zu identifizieren, Preis- und Einkommenseffekte zu quantifizieren und alle Optionen zu prüfen, die die Resilienz der Produktion betroffener Industriezweige gegenüber derartigen politisch bedingten Zugangssperren stärken.“

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  • Mathias Rauck
    Leiter Kommunikation

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