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03.04.2025

News

Neue US-Zölle treffen vor allem die USA selbst

Die von der US-Regierung neu angekündigten Zölle auf Importe aus nahezu allen Ländern könnten gravierende negative wirtschaftliche Folgen haben – am deutlichsten für die Vereinigten Staaten selbst. Andere Staaten sind weit weniger negativ betroffen, Deutschland und die EU im Verhältnis nur moderat.

Modellrechnungen mit dem KITE-Modell des Kiel Instituts zeigen: Die Regierung von Donald Trump schadet mit ihrer Handelspolitik vor allem den USA selbst. Die angekündigten Zölle dürften für die US-Wirtschaft binnen eines Jahres ein Minus von fast 1,7 Prozent bedeuten, Preissteigerungen von über 7 Prozent und ein Exportminus von fast 20 Prozent.

Bei zu erwartenden Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder würden die Preiseffekte zwar kleiner, aber der Exportrückgang noch größer ausfallen. Damit wären die Folgen für die USA selbst weitaus dramatischer als für fast alle anderen Länder. 

Die EU muss sich auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um gut 0,2 Prozent einstellen, Deutschland um gut 0,3 Prozent. Die globale Wirtschaftsleistung dürfte um gut 0,8 Prozent zurückgehen. Deutsche Exporte sinken geschätzt ebenso wie die der EU um gut 0,6 Prozent. Der weltweite Warenverkehr dürfte um fast 6 Prozent sinken.

Die Preise in Deutschland und der EU würden zurückgehen, um 1 Prozent bzw. 0,9 Prozent. Grund ist, dass eigentlich für die USA bestimmte Exporte nun auch auf den europäischen Markt umgeleitet werden und dort zu zusätzlichem Wettbewerb führen. Global dürften die Preise um 0,7 Prozent steigen.

"Die Zölle werden eine Belastungsprobe sein für einige deutsche und europäische Sektoren und Firmen, für die die USA ein wichtiger Markt sind. Aber die gerade angekündigten Zölle treffen alle Länder, mit unterschiedlicher Härte, und die EU ist halbwegs gut dabei weggekommen“, sagt Julian Hinz,  Forschungsdirektor für Handelspolitik am Kiel Institut. „Die Preise steigen in den USA erheblich, aber deutsche und europäische Firmen sind gegenüber anderen Exporteuren in die USA im Durchschnitt nicht schlechter gestellt.“

Die dramatische Preisentwicklung der USA erklärt sich, weil durch die Zölle auf Importe nicht nur die Preise für importierte Endprodukte steigen, sondern auch die Kosten für Vorprodukte, was wiederum die heimische Produktion verteuert. Gleichzeitig führt der verminderte Wettbewerb dazu, dass auch inländische Anbieter ihre Preise anheben. Dies verstärkt den Inflationsdruck und reduziert die Kaufkraft der US-Haushalte.

Die europäischen Volkswirtschaften sind im Vergleich zum globalen Durchschnitt deutlich weniger betroffen. Das liegt zum einen daran, dass die Exportabhängigkeit vom US-Markt geringer ist, zum anderen aber auch daran, dass die EU im Vergleich zu anderen Regionen nicht gezielt benachteiligt wird. 

Hinz: „Wir sehen, wie sich die USA aus dem Freihandel verabschieden. Es gibt aber rund 200 andere Länder, die weiter auf Basis der bestehenden Regeln handeln."

Das Kiel Institut für Weltwirtschaft wird die Entwicklung weiter mit aktuellen Zahlen und Analysen auf dem Kiel Trade and Tariffs Monitor verfolgen.

Mehr über das KITE-Modell erfahren:

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