Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

06.01.2021

Statement

Inflationsrate 2021 könnte deutlich über 2 Prozent liegen

Dr. Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am IfW Kiel, kommentiert die heute vom Statistischen Bundesamt bekannt gegebenen vorläufigen Inflationsraten.

„Maßgeblich für die zuletzt niedrige Inflationsrate sind vor allem die niedrigen Energiepreise sowie die Mehrwertsteuersenkung ab Mitte des vergangenen Jahres. Die großen konjunkturellen Schwankungen im Verlauf des vergangenen Jahres dürften dagegen nur einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Preisentwicklung gehabt haben. So hing der Rückgang beim privaten Konsum maßgeblich mit den privaten und öffentlichen Maßnahmen zum Infektionsschutz zusammen und dürfte somit nicht zu umfangreichen Preissenkungen geführt haben. Zudem waren die erforderlich gewordenen zusätzlichen Maßnahmen zum Infektionsschutz in einigen Branchen mit zusätzlichen Kosten verbunden, die zum Teil an die Verbraucher weitergegeben worden sein dürften.

Zu Beginn dieses Jahres sind die Verbraucherpreise kräftig angezogen. So wird alleine die Rückführung der Mehrwertsteuer auf ihr altes Niveau die Verbraucherpreise wohl um etwa 1,2 Prozent erhöhen. Auch das Klimapaket wird wohl zu einem sichtbaren Anstieg der Verbraucherpreise von etwa 0,4 Prozent führen. Schließlich haben sich zuletzt auch die dämpfenden Effekte seitens der Energiepreise verringert. Insgesamt könnten die Verbraucherpreise somit im laufenden Jahr um deutlich mehr als 2 Prozent steigen. Zusätzliche Aufwärtsrisiken für die Verbraucherpreise ergeben sich zudem daraus, dass die privaten Haushalte im vergangenen Jahr aufgrund der eingeschränkten Konsummöglichkeiten in erheblichem Umfang zusätzliche Ersparnis in Höhe von rund 200 Mrd. Euro bzw. rund 10 Prozent des jährlichen verfügbaren Einkommens gebildet haben. Sollten davon nach der erfolgreichen Eindämmung der Pandemie größere Teile rasch wieder in den privaten Konsum fließen, so könnte dies zu einem vorübergehenden Inflationsschub führen.“

Fachlicher Kontakt

  • Dr. Nils Jannsen
    Kiel Institute Researcher

Medienkontakt

Oops, an error occurred! Request: 9f0f8e17b4898 Event: 12dbcfa4ddea4885b1d517ad3d6ef0f5

Mehr Statements

  • Statement

    08.05.2026

    Kiel Institute Statements - Nils Jannsen

    Geopolitische Spannungen belasten Industrieaussichten

    Dr. Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut, kommentiert die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur…

  • Statement

    30.04.2026

    EZB zwischen Ölpreisschock und Wachstumsschwund

    Lena Dräger, Forschungsdirektorin der Gruppe Monetäre Makroökonomie am Kiel Institut für Weltwirtschaft, kommentiert die erwartete Entscheidung der…

  • Statement

    30.04.2026

    Kiel Institute Statements - Nils Jannsen

    Deutsche Wirtschaft im Plus, aber Nahostkonflikt trübt den Ausblick

    Dr. Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut, kommentiert die aktuellen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal…

Experten

  • Dr. Nils Jannsen
    Kiel Institute Researcher

Medienkontakte

Oops, an error occurred! Request: 9f0f8e17b4898 Event: 6407fab4f5ba4f0ab94d2f2886991d14