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04 Nov

2026

Bernhard Harms Preis 2026

15:00

 – 

16:00

Auswärtiges Amt
Werderscher Markt 1
10117 Berlin

Das Kiel Institut ehrt den international führenden Ökonomen Pierre-Olivier Gourinchas, ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), für seine bahnbrechende Forschung zu globalen Ungleichgewichten, internationalen Kapitalströmen und dem internationalen Währungssystem. Gourinchas, Professor für Volkswirtschaftslehre an der University of California, Berkeley, erhält den Bernhard-Harms-Preis 2026 für Forschung, die unser Verständnis von globaler Anpassung und finanzieller Stabilität grundlegend verändert hat. Seine Arbeiten sind angesichts der erneuten Debatten über Handelsungleichgewichte, die US-Fiskalpolitik, finanzielle Fragmentierung und die Zukunft des Dollars von besonderer Aktualität.

Die Begründung der Jury für Pierre-Olivier Gourinchas:

„Pierre-Olivier Gourinchas hat unser Verständnis des internationalen Währungssystems neu geprägt, insbesondere mit Blick auf Krisenzeiten. Seine Arbeiten zu Auslandsvermögensbilanzen, Bewertungseffekten und internationalen Kapitalströmen haben grundlegend verändert, wie die Wirtschaftswissenschaft globale Anpassungsprozesse, Finanzstabilität und die Dynamik von Krisen betrachtet. Indem er zeigte, dass Brutto-Auslandspositionen und Vermögenspreisbewegungen für die Anpassung zentral sind, legte er Mechanismen offen, die in der Makroökonomik offener Volkswirtschaften lange übersehen wurden. Zudem hat er die Rolle des US-Dollars im Zentrum des Systems geklärt: Er erklärt, wie die weltweite Nachfrage nach sicheren Anlagen es den Vereinigten Staaten ermöglicht, außenwirtschaftliche Ungleichgewichte aufrechtzuerhalten, und das System zugleich widerstandsfähiger und fragiler macht. Seine Arbeiten sind maßgeblich für das heutige Verständnis außenwirtschaftlicher Tragfähigkeit und des Wesens des ‚exorbitanten Privilegs‘.“

Über Pierre-Olivier Gourinchas
Gourinchas ist vor Kurzem an die UC Berkeley zurückgekehrt, nachdem er vier Jahre lang als Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF, 2022–2026) tätig war. Dort ist er heute S.K. and Angela Chan-Professor am Fachbereich Volkswirtschaftslehre. Gourinchas wurde in Frankreich geboren und wuchs dort auf. Er studierte an der École Polytechnique, bevor er 1996 am MIT promoviert wurde. Anschließend lehrte er in Stanford und Princeton, bevor er 2003 an die UC Berkeley wechselte. Gourinchas ist Vizepräsident des Centre for Economic Policy Research (CEPR) und Research Associate am National Bureau of Economic Research (NBER). Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bernácer-Preis 2007 und den Prix du Meilleur Jeune Économiste 2008.

Der Bernhard-Harms-Preis des Kiel Instituts wird seit 1964 an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die durch herausragende Forschung zur internationalen Wirtschaft sowie besondere Verdienste um die globalen Wirtschaftsbeziehungen hervorgetreten sind. Der Preis wird Gourinchas im Rahmen der Kiel-CEPR Conference on Geoeconomics verliehen, die am 3. und 4. November 2026 im Auswärtigen Amt in Berlin stattfindet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und nach Bernhard Harms benannt, dem Gründer des Kiel Instituts im Jahr 1914.

Zu den bisherigen Trägerinnen und Trägern des Bernhard-Harms-Preises zählen Abhijit Banerjee, Carmen Reinhart, Lord Nicholas Stern und Gita Gopinath.