Konjunkturbericht
Weltwirtschaft im Sommer 2026: Konjunktur weiter im Zeichen des Irankriegs
Autoren
Erscheinungsdatum
Unter dem Eindruck höherer Energiepreise und gestiegener geopolitischer Risiken hat sich die weltwirtschaftliche Expansion im Frühjahr 2026 abgeschwächt. Während die Produktion in den Ländern am Persischen Golf eingebrochen ist, blieb sie in den meisten anderen Ländern aber deutlich aufwärtsgerichtet. Vor allem in den Vereinigten Staaten dürfte die Wirtschaft in wenig verändertem Tempo expandieren. Positive Impulse kommen nach wie vor vom Boom der KI-Technologie, von dem kräftigen Impulse für Handel und Investitionen ausgehen. Derzeit wird an den Finanzmärkten offenbar weiterhin damit gerechnet, dass Produktion und Transport von Öl und Gas in der Golfregion bald wieder in normalem Umfang erfolgen können. In diesem Fall, der auch unserer Prognose zugrunde liegt, bleiben die Folgen für die Weltwirtschaft begrenzt, der Anstieg der Inflation temporär und die geldpolitische Reaktion moderat. Allerdings dauert der Konflikt nun bereits deutlich länger als im März erwartet, so dass wir unsere Prognose für den Anstieg der Weltproduktion – gemessen auf Basis von Kaufkraftparitäten – für dieses Jahr von 3,1 Prozent auf 2,8 Prozent reduziert haben. Für das kommende Jahr ist dann mit einer wieder deutlich stärkeren Expansion von 3,3 Prozent zu rechnen (Märzprognose: 3,2 Prozent). Sollte das Ölangebot aufgrund einer anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus nachhaltig auf dem derzeitigen stark reduzierten Niveau bleiben, wäre freilich eine deutlich stärkere und persistentere Abschwächung der Weltkonjunktur die Folge.