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06.02.2026

Statement

Etwas bessere Aussichten für die Industrie trotz schwachem Dezember

Dr. Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut, kommentiert die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Industrieproduktion, wonach diese im Dezember um 3 Prozent gesunken ist:

„Der deutliche Rückgang der Industrieproduktion im Dezember ist auch vor dem Hintergrund der vorherigen Produktionsanstiege zu sehen. Im vierten Quartal insgesamt ist die Produktion gestiegen und hat damit zum Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts beigetragen. Im Großen und Ganzen hat sich die Industrieproduktion im Verlauf des vergangenen Jahres bei großen monatlichen Ausschlägen stabilisiert. Mittlerweile sieht die Industrie wieder etwas Licht am Ende des Tunnels. So haben die Auftragseingänge zuletzt kräftig angezogen. Dazu haben insbesondere Großaufträge aus dem Inland beigetragen. Abgesehen von den Großaufträgen haben sich die Auftragseingänge immerhin stabilisiert und waren zuletzt in der Tendenz leicht aufwärtsgerichtet. Insgesamt sind die Auftragseingänge im Jahr 2025 um rund 3 Prozent gestiegen. Somit mehren sich die Zeichen, dass die Industrieproduktion im laufenden Jahr nach vier Rückgängen in Folge ein weiteres Minus vermeiden kann. Eine kräftige Erholung zeichnet sich jedoch noch nicht ab. So beurteilen die Unternehmen ihre Auftragslage trotz der jüngsten Anstiege der Auftragseingänge nach wie vor als schlecht und blicken verhalten in die Zukunft.  

Im internationalen Vergleich ist die deutsche Industrie im Jahr 2025 weiter zurückgefallen. Die weltweite Industrieproduktion ist im Jahr 2025 um rund 3 Prozent gestiegen. Bereits in den Jahren zuvor hat sich die Industrieproduktion weltweit deutlich günstiger entwickelt als in Deutschland. Dies ist nicht nur auf kräftige Produktionsanstiege in den Schwellenländern zurückzuführen. Auch in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften hielt sich die Industrieprodiktion deutlich besser als in Deutschland. Die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit wird weiterhin auf dem wichtigen Auslandsgeschäft lasten. Somit droht die deutsche Industrie, selbst wenn sich die Produktion im laufenden Jahr wieder fängt, international weiter an Boden zu verlieren.“

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