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09.09.2026

News

Verteidigungshaushalt 2027: Rekordsumme allein sichert noch keine Verteidigungsfähigkeit

Der Entwurf für den Verteidigungshaushalt 2027 sieht Rekordausgaben von rund 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vor. Seit 2022 haben sich die deutschen Verteidigungsausgaben damit mehr als verdoppelt und erreichen ein Niveau wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Doch die steigenden Mittel führen nicht automatisch zu mehr Verteidigungsfähigkeit. Der Policy Brief von Johannes Binder und Antonia Döring zeigt, wo Deutschland die zusätzlichen Milliarden gezielter einsetzen muss – insbesondere bei moderner Beschaffung, europäischer Kooperation und Forschung und Entwicklung.

Innerhalb des Haushalts verschiebt sich das Gewicht deutlich zugunsten der militärischen Beschaffung: Ihr Anteil an den Gesamtausgaben steigt von rund 17 auf über 40 Prozent. Doch bei den größten Beschaffungstiteln, die rund 83 Prozent des gesamten Volumens ausmachen, dominieren weiterhin etablierte Waffensysteme und Munition, während Drohnen und andere neue Technologien kaum ins Gewicht fallen. Auch bei Fähigkeiten wie der Satellitenkommunikation setzt Deutschland eher auf nationale statt europäisch gebündelter Lösungen. 

Als weiteren Schwachpunkt identifiziert die Analyse die Forschungs- und Entwicklungsausgaben, die trotz ihrer Bedeutung für militärische wie wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit seit Jahren bei niedrigen 3 bis 4 Prozent verharren und damit beispielsweise deutlich hinter dem Vereinigten Königreich (rund 5 Prozent) und den USA (rund 10 bis 11 Prozent).

  „Am Ende ist die entscheidende Frage nicht, wie viel Geld ausgegeben wird, sondern was man dafür bekommt", sagt Johannes Binder, Ökonom am Kiel Institut und Mitautor der Studie. „Entscheidend ist, die Mittel gezielt auf moderne Systeme, europäische Kooperation sowie Forschung und Entwicklung auszurichten."

Die zentrale Aufgabe besteht nun nicht mehr primär darin, zusätzliche Mittel für die Verteidigung zu mobilisieren, sondern sie richtig einzusetzen, so schlussfolgern Binder und Döring. Dafür müssen industrielle Fertigungskapazitäten frühzeitig mitgedacht und gezielt ausgebaut werden, damit die zusätzliche Nachfrage nicht schlicht zu höheren Preisen führt, sondern tatsächlich in zusätzliche militärische Fähigkeiten und wirtschaftliche Wertschöpfung mündet.

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