Wirtschaftspolitischer Beitrag
Wie ein Solidarbeitrag in der PKV die Finanzierungsprobleme und Ungerechtigkeiten in der Gesundheitsversorgung reduzieren könnte
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Schlagworte
Deutschland
Gesundheit
• Der vorliegende Beitrag diskutiert die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung und die Gerechtigkeitsdebatte um das duale System aus GKV und PKV. Statt die PKV abzuschaffen, schlagen die Autoren einen Solidarbeitrag für privat Versicherte vor.
• Hintergrund ist, dass gutverdienende Personen oberhalb bestimmter Einkommens-grenzen in die PKV wechseln können und sich damit teilweise dem solidarischen Ausgleich der GKV entziehen. Dies erscheint ungerecht, weil gutverdienende GKV-Mitglieder weiterhin hohe Beiträge leisten, während vergleichbare PKV-Mitglieder oft niedrigere Prämien zahlen.
• Der Solidarbeitrag soll sich daran orientieren, welchen Beitrag ein gutverdienendes GKV-Mitglied zur Finanzierung des Systems leistet, also an der Differenz zwi-schen Beitrag und durchschnittlichen Gesundheitsausgaben. Dabei müssen Alter, Geschlecht und Familienstand berücksichtigt werden, da diese Faktoren die durch-schnittlichen Gesundheitskosten stark beeinflussen.
• Der Vorschlag würde die Einnahmen der GKV stärken, mehr Gerechtigkeit schaf-fen und zugleich die Vorteile des dualen Systems erhalten. Damit kann er als poli-tisch möglicher Mittelweg zwischen Bürgerversicherung und vollständigem Erhalt des bisherigen Systems angesehen werden.