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Internationaler Handel
China
Industriepolitik
Chinas Exportoffensive setzt die Wirtschaft Europas unter Druck. Es ist jedoch nicht klar, wie unfair Peking tatsächlich agiert - und welche europäischen Probleme hausgemacht sind.
Der verarbeitende Sektor (VS) in China treibt eine Exportoffensive, wie sie die jüngere Wirtschaftsgeschichte eines einzelnen Landes noch nie erlebt hat. Der chinesische Anteil an der globalen VS-Wertschöpfung beträgt rund 30 Prozent. 2025 verzeichnete das Land einen Rekordhandelsbilanzüberschuss von über 1,2 Billionen Dollar, im Wesentlichen getrieben von den VS-Nettoexporten. Beobachter beschreiben dies als China-Schock 2.0 und sehen in der regional sehr asymmetrisch ausgerichteten Exportoffensive, die stark auf Südostasien und Europa zielt, eine stärkere Gefahr für die Stabilität der internationalen Handelsordnung, als es der Zollkrieg Trumps gegen seine Handelspartner vermochte. (...)
Um auf die chinesischen Wirtschaftserfolge zu antworten, ist die Frage entscheidend: Was von den chinesischen Exporterfolgen ist fair, also das Ergebnis überlegenerer Produkt- und Prozessinnovationen und von den Importländern durch sinkende Wettbewerbsfähigkeit selbst herbeigeführt? Und was ist unfair, im Sinne von maßnahmengetriebener Unterbewertung des Wechselkurses und gezielten Exportsubventionen?
Umfang der Industriesubventionen ist nicht bekannt
Für Deutschland hat der Sachverständigenrat in seinem Jahresgutachten 2024/2025 (...) vor allem auf den Verfall preislicher Wettbewerbsfähigkeit im verarbeiteten Sektor gegenüber China hingewiesen. Deutsche Unternehmen hätten auch selbst daran ihren Anteil, weil sie Wertschöpfung nach China verlagert hätten. Zudem steigert China selbst die heimische Wertschöpfung entlang der gesamten Kette, vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Aus diesen Befunden spricht vieles für hausgemachte Probleme, (...)
Handelspartner wie die EU und nicht chinesische Forschungseinrichtungen hegen Zweifel am fairen Verhalten und verweisen auf massive Industriesubventionen, deren genauer Umfang letztlich im Dunkeln bleibt.
(...) Dass diese Offenlegung dank einer intransparenten Industriepolitik nur unzureichend geschieht, mahnen Weltbank und IWF seit Jahren in ihren Berichten an. China sollte den Verdacht ausräumen, dass indirekte Exporthilfen weit über das Maß hinausgehen, was durch die Neutralisierung der negativen Wirkungen der Importprotektion auf die Exportwettbewerbsfähigkeit gerechtfertigt wäre. (...)
Dass es in der EU selbst verursachte Mängel wie hohe Energiekosten, Bürokratie, unvollendeter Binnenmarkt und schwaches Innovationsvermögen gibt, sollte bei aller Chinakritik nicht unter den Tisch fallen. Diese Mängel würden europäische Unternehmen auch in einem fairen Wettbewerb mit China vor Probleme stellen.