Konjunkturbericht
Mittelfristprojektion im Sommer 2026: Schwere Beine, schlechter Platz – Alterung und Standortschwäche bremsen Wachstum aus
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Das Potenzialwachstum verharrt auf einem historisch niedrigen Niveau. Die Wachstumsrate des Produktionspotenzials liegt im laufenden Jahr bei nur noch rund 0,2 Prozent und bleibt bis zum Ende des Jahrzehnts auf diesem Stand, nachdem sie im Mittel der Jahre 2000 bis 2019 noch etwa 1,3 Prozent betrug. Maßgeblich hierfür ist die demografische Alterung. Das potenzielle Arbeitsvolumen hat seinen Zenit überschritten und ist über den gesamten Projektionszeitraum hinweg rückläufig. Der Kapitalstock stützt zwar weiterhin die Ausweitung der Produktionsmöglichkeiten, jedoch nur mit historisch niedrigen Wachstumsbeiträgen. Darin spiegelt sich das hohe Alter des Kapitalstocks, das auf eine langjährige Standortschwäche hindeutet. Die Produktivität dürfte sich nur teilweise erholen und wegen fortbestehender Strukturprobleme, insbesondere der Krise im Verarbeitenden Gewerbe, nicht an frühere Wachstumsphasen anknüpfen. Gegenüber der Winterprojektion fällt die Einschätzung etwas niedriger aus, vor allem gegen Ende des Jahrzehnts. Seit dem Vorkrisenjahr 2019 musste das Niveau sukzessive nach unten revidiert werden, was auf außergewöhnlich starke Strukturveränderungen hindeutet. In welchem Ausmaß die Wirtschaft derzeit unterausgelastet ist, bleibt angesichts der Strukturkrise unscharf.