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Internationaler Handel
Krieg
Infolge des Irankriegs rechnet der Internationale Währungsfonds mit deutlich schwächerem Wirtschaftswachstum. Die globale Handelsfinanzierung droht dadurch knapper und teurer zu werden. Insbesondere arme Nationen würden darunter leiden.
Der Irankrieg versetzt die Welt in einen Krisenmodus- mit Unsicherheiten, die weit über das hinausgehen, was US-Präsident Donald Trump mit seiner Zollpolitik bereits ausgelöst hat. (...) Zeitgleich prognostizierte die Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) für 2026 einen Rückgang des realen Weltgüterhandels auf 1,9 Prozent von 4,6 Prozent im Jahr 2025.
Sowohl Unsicherheiten als auch der Rückgang im Wachstum des Welthandels haben sehr negative Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und die Kosten der Handelsfinanzierung. (...) Schon in der Vergangenheit erwiesen sich Krisen wie etwa die Finanzkrise im Jahr 2008 oder die Corona-Pandemie 2020 als besonders schädlich für die Handelsfinanzierung. Das lag vor allem daran, dass Lieferketten unterbrochen oder gar zerstört wurden - ähnlich, wie es jetzt im Iran krieg droht. Solche Krisen bedrohen auch die Handelsfinanzierung innerhalb von Lieferketten, in denen Verkäufer ihre Forderungen dank der nachgewiesenen Bonität von Käufern handel- und monetisierbar machen und damit die Kosten der Exportkreditfinanzierung senken.
Kredite werden teurer (...)
Direkte Folge für Banken (...)
Unternehmen in Ost- und Südostasien besonders betroffen (...)
Damit erweisen sich die aus dem Irankrieg entstehenden Konsequenzen für die Handelsfinanzierung in ihren Verteilungswirkungen ebenso negativ wie die der Zollpolitik von Donald Trump. Sie schwächen das Handelspotential der aufstrebenden Länder nicht allein als Folge der sinkenden Nachfrage der Industrieländer, sondern auch als Folge der angebotsseitig erwachsenen Verteuerung der Handelsfinanzierung.