Ukraine Support Tracker: eine Milliarde Euro Energiehilfe im Winter 2025/26
Die Energiekrise der Ukraine rückt in den Fokus der humanitären Hilfeleistungen: Im vergangenen Winter entfiel mit fast einer Milliarde Euro mehr als die Hälfte der humanitären Unterstützung auf Energiehilfe. Ein Großteil der Mittel floss über gebündelte internationale Finanzierungsinstrumente und unterstreicht damit deren wachsende Bedeutung. Das zeigt das jüngste Update des Ukraine Support Trackers, das Hilfszuweisungen bis einschließlich Februar 2026 erfasst.
Im Winter 2025/26 wurde die Energiehilfe zur dominierenden Form der humanitären Hilfe für die Ukraine, einschließlich finanzieller und materieller Maßnahmen für Energieausrüstung (z.B. Generatoren) sowie für die Instandsetzung der Energieinfrastruktur. Der Anteil der Energiehilfe an der gesamten humanitären Hilfe stieg von 15 Prozent im Herbst und Winter 2022/23 auf 19 Prozent in der folgenden Saison und liegt nun bei 42 Prozent im Jahr 2025/26. Innerhalb von nur drei Monaten, zwischen Dezember 2025 und Februar 2026, wurden fast eine Milliarde Eurofür Energiehilfe zugewiesen, was mehr als der Hälfte der gesamten humanitären Hilfe in diesem Zeitraum entspricht.
Rund 59 Prozent der Energiehilfen fließen über den UESF
Ein zweiter Trend ist der zunehmende Einsatz multilateraler Instrumente zur Energiehilfe. Zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 wurden 580 Millionen Euro – das entspricht rund 59 Prozent – über den Ukraine Energy Support Fund (UESF) zugewiesen. Der UESF bündelt Beiträge mehrerer Geber und finanziert gezielte Ausrüstungs- und technische Maßnahmen zur Deckung des dringenden Energiebedarfs. Real erreichten die UESF-Beiträge im Winter 2025/2026 einen Rekordwert und lagen damit mehr als doppelt so hoch wie der bisherige Höchststand. In diesem Zeitraum leisteten 18 Geber Beiträge zum UESF, wobei allein die fünf größten Geber (Schweden, Deutschland, EU-Institutionen, Norwegen und die Niederlande) rund 470 Millionen Euro bereitstellten.
„Die Energiehilfe hat sich zu einem zentralen Schwerpunkt der internationalen Bemühungen zur Unterstützung der Ukraine im Winter 2025/26 entwickelt – einer Zeit, die oft als ‚der kälteste Winter seit Ausbruch des Krieges‘ bezeichnet wird“, sagt Taro Nishikawa, Projektleiter des Ukraine Support Trackers. „Vor diesem Hintergrund werden gebündelte Finanzierungsmechanismen wie der Ukraine Energy Support Fund zu einem immer wichtigeren Instrument, um solche dringenden Lücken zu schließen.“
Über den Ukraine Support Tracker
Der Ukraine Support Tracker erfasst und quantifiziert militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die der Ukraine seit dem 24. Januar 2022 zugesagt wurden. Berücksichtigt sind 41 Länder, spezifisch die EU-Staaten, die weiteren Mitglieder der G7, Australien, Südkorea, Türkei, Norwegen, Neuseeland, die Schweiz, die Türkei, China, Taiwan, Indien und Island. Erfasst sind Zusagen, die Regierungen dieser Länder der ukrainischen Regierung gemacht haben; Hilfszusagen der EU-Kommission und der Europäischen Investitionsbank sind separat aufgeführt; private Spenden oder solche internationaler Organisationen wie des IWF sind in der Hauptdatenbank nicht enthalten. Ebenso nicht mitgezählt sind Hilfen an Nachbarländer der Ukraine wie Moldawien oder andere Länder – etwa für die Aufnahme von Geflüchteten.
Datenquellen sind Bekanntgaben offizieller Regierungsstellen und Berichte internationaler Medien. In Sachmitteln geleistete Hilfe wie zum Beispiel Medizingüter, Lebensmittel oder militärisches Gerät werden anhand von Marktpreisen oder Angaben aus früheren Hilfskampagnen geschätzt. In Zweifelsfällen werden die höheren verfügbaren Werte angesetzt.
Der Ukraine Support Tracker wird laufend erweitert, korrigiert und verbessert. Anregungen dazu sind sehr willkommen und können gerne an ukrainetracker@ifw-kiel.de geschickt werden.
Mehr Informationen und alle Detaildaten finden Sie auf der Webseite des Ukraine Support Trackers