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Forschungsgruppe

Geopolitische Konflikte und die Transformation von Arbeitsmärkten

Die Forschungsgruppe untersucht, wie Kriege und geopolitische Spannungen Arbeitsmärkte verändern. Kriege haben massive Auswirkungen auf Arbeitsmärkte, indem sie Wertschöpfungsketten unterbrechen, massive Zerstörung verursachen und zu Flucht und Vertreibung führen. Selbst ohne offene Kriegshandlungen prägen geopolitische Rivalitäten und zunehmende politische Fragmentierung Arbeitsmärkte zunehmend, etwa indem der Staat vermehrt strategische Industrien fördert und Verteidigungskapazitäten stärkt. Geopolitische Konflikte beeinflussen daher sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach Arbeitskräften und treiben die Reallokation von Arbeitskräften zwischen Unternehmen, Sektoren und Regionen voran. Die Forschungsgruppe untersucht diese Transformationsprozesse mit einem besonderen Fokus auf deren Auswirkungen auf Arbeitsmarktkarrieren und regionale Ungleichheiten innerhalb von Ländern.

Der erste Forschungsschwerpunkt untersucht den Einfluss von Kriegen auf individuelle Arbeitsmarktkarrieren. Die Forschungsgruppe fokussiert sich dabei insbesondere auf direkt vom Krieg betroffene Bevölkerungsgruppen wie Veteranen, Kriegswitwen und Vertriebene sowie auf die Rolle des Sozialstaates für deren Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Da viele Kriegsopfer im erwerbsfähigen Alter sind und oft kleine Kinder haben, ist ihre Integration in den Arbeitsmarkt für den Wiederaufbau eines Landes von entscheidender Bedeutung. In unserer Forschung betrachten wir den gesamten Lebenszyklus und analysieren die Auswirkungen auf die Schulbildung ebenso wie die Beschäftigungsmuster im mittleren Lebensalter und die Verrentung im Alter.

Der zweite Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit Transformationsprozessen auf regionalen Arbeitsmärkten. Geopolitische Konflikte wirken sich ungleichmäßig auf Regionen aus, lenken diese auf unterschiedliche Entwicklungspfade und tragen damit potenziell auch zu anhaltenden regionalen Ungleichheiten bei. Die Forschungsgruppe untersucht, wie Industriepolitik, Strukturwandel, Vertreibung und konfliktbedingter technologischer Wandel die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit regionaler Arbeitsmärkte beeinflussen. Besonderes Augenmerk gilt dabei politischen Maßnahmen, die die regionale Widerstandsfähigkeit gegenüber negativen Arbeitsmarktschocks verbessern. 

Die Forschungsgruppe verfolgt eine langfristige Perspektive und stützt sich dabei auch auf Erkenntnisse aus vergangenen Konflikten. Eine solche Perspektive ist von entscheidender Bedeutung, da geopolitische Konflikte oft langfristige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Diese Auswirkungen können sich im Laufe der Zeit und über den gesamten Lebenszyklus hinweg verändern.

Direktion

  • Prof. Dr. Sebastian Braun
    Forschungsdirektor | Fielmann-Professor

Team

  • Prof. Dr. Sebastian Braun
    Forschungsdirektor | Fielmann-Professor

Fellows