Wirtschaftspolitischer Beitrag
Verlagerung von CO2-Emissionen durch EU Klimapolitik? Ein Überblick
Kiel Policy Brief, 209
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Schlagworte
Europa
Klima
Internationaler Handel
Nachhaltige Entwicklung
- Emissionsverlagerung (Leakage) ist real, aber begrenzt: Studien zeigen, dass etwa 10–30 % der durch EU-Klimapolitik eingesparten Emissionen ins Ausland verlagert werden. Der Großteil der Emissionsreduktionen bleibt jedoch global wirksam, sodass die Politik insgesamt effektiv ist.
- Kaum Evidenz für ein „Grünes Paradoxon“: Die Befürchtung, dass Klimapoli-tik zu einem vorgezogenen Anstieg von Emissionen führt, wird empirisch nicht bestätigt. Stattdessen reagieren Unternehmen oft mit geringeren Investitionen in fossile Energien, was Emissionen eher senkt.
- EU setzt Instrumente gegen Wettbewerbsnachteile ein: Dazu gehören kosten-lose Emissionszertifikate sowie der CO₂-Grenzausgleich (CBAM), der Importe entsprechend ihrer Emissionen bepreist. Ziel ist es, Leakage zu reduzieren und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
- Wirksamkeit der Instrumente hängt stark vom Design ab: Der aktuelle CBAM erfasst nur wenige Sektoren und hat daher begrenzte Wirkung auf globale Emis-sionen. Eine Ausweitung auf mehr Sektoren könnte die Emissionsreduktion deutlich erhöhen.
- Klimapolitik bringt zusätzliche Vorteile: Neben Emissionsreduktionen fördert sie Innovationen, verbessert die Luftqualität und stärkt Energie- sowie geopolitische Unabhängigkeit. Diese positiven Nebeneffekte erhöhen den Gesamtnutzen der Maßnahmen.