Wirtschaftspolitischer Beitrag
Ambition Without Precision: Why the Industrial Accelerator Act Falls Short
Autoren
Erscheinungsdatum
JEL Classification
Schlagworte
Wirtschaftspolitik in Deutschland
Geoökonomie
China
Europa
Klima
Europäische Union & Euro
Direktinvestitionen
Globalisierung
Innovation und Strukturwandel
Der von der Europäischen Kommission am 4. März 2026 vorgelegte Industrial Accelerator Act (IAA) ist der ambitionierteste Versuch der EU in jüngster Zeit, ihre industrielle Basis zu stärken. Er wurde als Reaktion auf den Dekarbonisierungsdruck, geopolitische Bedenken und Herausforderungen im Wettbewerb konzipiert und kombiniert die strategische Sektorausweisung, grüne Vorreitermärkte, Anforderungen an den lokalen Wertschöpfungsanteil (LCRs) und Anforderungen an ausländische Direktinvestitionen (FDI). Dieses Policy Brief argumentiert, dass der IAA zwar ambitioniert, aber oft nicht präzise genug ist. Insbesondere die Einführung von LCRs und FDI-Anforderungen markiert eine deutliche Verlagerung hin zu stärker konditionierten industriepolitischen Instrumenten. Diese Instrumente lassen sich am besten vor dem Hintergrund der wachsenden Rolle Chinas im verarbeitenden Gewerbe verstehen. Insgesamt kombiniert der IAA verschiedene Ziele, ohne deren wirtschaftliche Begründungen klar zu differenzieren, und birgt ohne klare Zielpriorisierung und -ausrichtung das Risiko höherer Kosten und unbeabsichtigter Verzerrungen. Eine effektivere Industriepolitik erfordert eine präzisere Zielpriorisierung, genauere Instrumente und eine fortgesetzte Offenheit gegenüber vertrauenswürdigen Partnern.