Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

15.01.2026

News

Gemeinschaftliche Verteidigungsanleihen stärken Europas Sicherheit von Morgen

Europa sollte die Verteidigungstechnologien der nächsten Generation gemeinsam finanzieren. Das ist deutlich effizienter als nationalstaatliche Lösungen. Dies geht aus einem neuen Kiel Policy Brief hervor. Demnach sollen über zehn Jahre hinweg europäische Verteidigungsanleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Billionen Euro ausgegeben werden, um damit Investitionen in Bereiche wie künstliche Intelligenz, Cyberabwehr oder Satellitentechnik zu bündeln. Die Mittel sollen zugleich einen sicheren europäischen Anleihemarkt, unabhängig von den USA, etablieren.

„Unser Vorschlag skizziert eine europäische Verteidigungsarchitektur der Zukunft“, sagt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und Mitautor des Papiers. „Europa muss seine militärischen Fähigkeiten substanziell ausbauen und seine strategische Handlungsfähigkeit stärken. Dazu zählt auch, sich von einer immer imperialistischer agierenden USA zu emanzipieren. Gemeinschaftliche Verteidigungsanleihen sind ein entscheidender Schritt dahin.“

Jetzt Kiel Policy Brief lesen: Ein Vorschlag zur Governance und Finanzierung der europäischen Verteidigung

Die Autorinnen und Autoren schlagen EU-Anleihen im Umfang von rund 2 Billionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren vor, die eine „Koalition williger EU-Mitgliedstaaten“ ausgibt. Dies entspräche rund 1 Prozent des aggregierten Bruttoinlandsprodukts, abhängig von den teilnehmenden Staaten. Anschließend wollen die aufgenommenen Schulden durch nationale Haushaltsmittel stabilisiert werden.

Die Mittel sollen gezielt in militärische Schlüsseltechnologien fließen, bei denen europäische Zusammenarbeit besonders effizient ist und von denen auch die zivile Industrie profitieren kann. Dazu zählen unter anderem weltraumgestützte Systeme, künstliche Intelligenz, Cloud-Systeme, Cyberabwehr oder Drohnentechnologie. Nationale Alleingänge führten in diesen Bereichen häufig zu Doppelstrukturen, höheren Kosten und anhaltenden technologischen Abhängigkeiten von geopolitischen Rivalen.

Governance und Finanzmarkt-Effekte

Institutionell soll das Modell auf einem zwischenstaatlichen Vertrag basieren. Vorgesehen sind eigenständige Lenkungsgremien für Verteidigung und Technologie sowie für die Finanzierung. 

Neben der sicherheitspolitischen Wirkung heben die Autoren einen zusätzlichen Effekt hervor. Die Emission gemeinsamer europäischer Verteidigungsanleihen würde einen großen, liquiden und sicheren europäischen Anleihemarkt schaffen und damit die Rolle Europas im globalen Finanzsystem stärken.

Fachlicher Kontakt

Medienkontakt

Mehr Medieninformationen

  • Statement

    15.01.2026

    Kiel Institute Statements - Nils Jannsen

    Deutschlands wirtschaftliche Probleme sind hausgemacht

    Dr. Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut, kommentiert die aktuellen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 des…

  • Statement

    15.01.2026

    Mindestimportpreise für Chinas E-Autos: „Schlechteste aller Lösungen“

    Julian Hinz, Leiter der Forschungsgruppe Handelspolitik am Kiel Institut für Weltwirtschaft, kommentiert die Entscheidung der Europäischen Kommission…

  • Statement

    09.01.2026

    Kiel Institute Statements - Nils Jannsen

    Industrie 2025 erneut im Minus

    Dr. Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut, kommentiert die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur…