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09.06.2020

Statement

Exportgeschäft ist Achillesferse der deutschen Wirtschaft

Stefan Kooths, Konjunkturchef des IfW Kiel, kommentiert die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Außenhandel:

„Die Aprilwerte zum deutschen Außenhandel spiegeln den historisch einmaligen Absturz der Industrieproduktion. Die Corona-Krise hat weltweit die Investitionstätigkeit massiv gebremst. Das bekommt die deutsche Industrie als bedeutender Ausrüster der Weltwirtschaft besonders heftig zu spüren. Wie zu erwarten, sind die Exporteinbrüche dort am stärksten, wo die Wirtschaftsleistung im Zuge der Corona-Krise besonders stark schrumpfte. Der im Vergleich zu den Ausfuhren deutlich schwächere Rückgang der Importe zeigt, dass Deutschland insgesamt noch besser durch die Krise kommt als seine Handelspartner.

Zwar dürfte der April den Tiefpunkt markiert haben und die Ausfuhren seit Mai wieder aufwärtsgerichtet sein; die Erholung ist aber noch zu kraftlos, um die krassen Einbrüche schnell wieder aufzuholen. Für das zweite Quartal ist daher mit einem Rückgang des Exportvolumens von deutlich über 20 Prozent zu rechnen. Positive Signale kommen derweil aus dem Chinageschäft. So sind nicht nur die Rückgänge bei den Exporten dorthin vergleichsweise moderat ausgefallen, sondern auch die Importe aus China haben zuletzt wieder kräftig angezogen.

Das Exportgeschäft ist damit in der gegenwärtigen Krise die eigentliche Achillesferse der deutschen Konjunktur. Die Wirtschaftspolitik kann hierzulande nachfrageseitig wenig tun, um dem entgegen zu wirken. Umso mehr kommt es darauf an, die Unternehmen zu stabilisieren, um sie ohne eine größere Insolvenzwelle über die kommenden Quartale zu bringen.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland im zweiten Quartal um circa 11 Prozent einbrechen wird.“

Fachlicher Kontakt

  • Prof. Dr. Stefan Kooths
    Forschungsdirektor

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