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Konjunktur: Iran-Krieg treibt Inflation und erhöht Sorgen um nächsten Abschwung
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Konjunktur Deutschland
Die Situation im Nahen Osten gefährdet die Erholung der Wirtschaft. Die hohen Energiepreise schmälern die Kaufkraft von Bürgern und Unternehmen und setzen die Politik unter Druck.
Der Irankrieg erhöht die Belastungen für die deutsche Wirtschaft. Laut der neuen Konjunkturprognose des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft wird der durch die Kriegshandlungen im Nahen Osten verursachte Energiepreisschub die Kaufkraft von Bürgern und Unternehmen in diesem Jahr deutlich schmälern. So werde die Inflation 2026 mit 2,5 Prozent deutlich stärker ausfallen als bei der Analyse im Winter erwartet, als das Institut noch von einer Teuerungsrate von 1,8 Prozent ausging. Unter dem Strich werde der Energiepreisschub der deutschen Wirtschaft Kaufkraft in Höhe von 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entziehen, schreiben die Ökonomen.
Für diese Prognose ist unterstellt, dass die Rohstoffpreise nur für wenige Monate deutlich erhöht bleiben. In dieser Woche war der Rohölpreis erstmals seit 2022 wieder über die Marke von 100 Dollar geschossen. Infolgedessen stiegen die Benzinpreise in Deutschland auf deutlich über zwei Euro je Liter.
Die gute Nachricht: Trotz des Energiepreisschubs wird das Wirtschaftswachstum vorerst nicht einbrechen, solange sich die Lage im Nahen Osten nicht weiter verschärft. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden Jahr mit nur 0,8 Prozent etwas langsamer zulegen. Im Winter hatte das Kiel-Institut noch ein Wachstum von einem Prozent erwartet. (...)