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Wenn in China wegen des Coronavirus der Konsum zurückgeht, Fabriken geschlossen werden und Reisende zu Hause bleiben müssen, hat das auch Folgen für deutsche Autobauer, Mittelständler und Tourismusanbieter. NDR Info und das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus haben mit Gabriel Felbermayr, dem Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, über die Frage gesprochen, wie sich der Coronavirus-Ausbruch auf die Wirtschaft in Deutschland und der ganzen Welt auswirkt.
Herr Felbermayr, wie sehr besorgt Sie der Coronavirus-Ausbruch mit Blick auf die Weltwirtschaft?
Gabriel Felbermayr: Potenziell ist das schon ein großer Einschnitt. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und wenn da die Fabriken stillstehen, dann bedeutet das für die Weltwirtschaft weniger Wachstum und für den Welthandel weniger Handel. Das ist nicht gut, auch nicht für die deutsche Konjunktur.
Was erwarten Sie für die deutsche Wirtschaft?
Felbermayr: China ist mittlerweile der wichtigste Handelspartner für Deutschland. Es gibt kein Land, mit dem wir mehr Umsatz haben, Exporte und Importe zusammengerechnet. Insofern bedeutet eine Verlangsamung in China immer auch für uns volkswirtschaftliche Schäden. Die Bezifferung ist schwierig. Man kann aber davon ausgehen, dass ein Prozent weniger Wachstum in China bis zu 0,2 Prozentpunkte Wachstum in Deutschland kosten. Das klingt zunächst mal nicht wahnsinnig viel. Wenn man sich aber daran erinnert, dass wir im vergangenen Jahr immer wieder am Rande der Rezession gestanden haben, könnte das den Ausschlag geben, dass wir doch mal in die roten Zahlen rutschen könnten. (...)