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Der Irankrieg schwächt das Anti-Dollar-Bündnis
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Internationale Finanzen
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Krieg
Die Schwellenländer der BRICS-Gruppe wollten mit einem eigenen Zahlungssystem unabhängiger vom Dollar werden. Doch ihr eigenes Mitglied Iran macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Die BRICS-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) hat lange schon auch den Dollar im Visier. Die Schwellenländer, erweitert zu BRICS+ durch fünf neue Vollmitglieder (Iran, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten, Äthiopien und Indonesien), verfolgen seit ihrer Gründung vor einem Vierteljahrhundert das Ziel, sich von der Dominanz der amerikanischen Währung als globalem Zahlungsmittel und vom belgischen Dienstleister Swift zu lösen.
Der Einstieg in ein "multipolares" Währungssystem sollte über eine der drei Geldfunktionen, die Zahlungsmittelfunktion, erfolgen und damit den eigenen Währungen den Weg als Zahlungsmittel im Handel zwischen den Mitgliedern eröffnen. (...)
Im Mittelpunkt der Bemühungen der BRICS-Länder, von Swift unabhängiger zu werden, stehen die bereits bestehenden nationalen Zahlungsdienstleister (...)
Der Irankrieg hat allen Ambitionen der BRICS+-Gruppe, die als Pläne vor dem Krieg noch der Umsetzung harrten, aus vier Gründen einen Wirkungstreffer versetzt. (...)
Der Krieg hat die entscheidende Schwäche der BRICS+-Gruppe offenbart: Wegen fehlender Beistandspflichten offenbart sie sich bislang als Schönwetterveranstaltung. (...)
(...) Die von der BRICS+-Gruppe angestrebte Multipolarität der Finanzbeziehungen ist nicht am
Ende. Sie ist nur in weitere Ferne gerückt.