Kiel Institut in den Medien
"Dann werden Dinge möglich, die heute noch unvorstellbar sind"
Erscheinungsdatum
Wirtschafts- & Finanzkrisen
Geoökonomie
Wirtschaftspolitik in Deutschland
Der Ökonom Moritz Schularick sagt, was bei den Verteidigungsausgaben schiefläuft, warum Deutschland von der Autoindustrie kein Wachstum mehr erwarten sollte und wie aus der Krise eine
Chance werden kann.
Herr Schularick, wie blicken Sie auf das neue Jahr? MS: Mit großer Sorge - dass wir die vielfältigen Herausforderungen nicht mit der gebotenen Geschwindigkeit und dem gebotenen Mut angehen. ...
Was meinen Sie konkret? MS: Nehmen Sie die Verteidigungsausgaben. ... Wir machen im Prinzip so weiter wie bisher, nur mit mehr Geld. Wenn sich nichts ändert, werden wir bis zum Ende des Jahrzehnts im Blindflug eine halbe Billion ausgeben und am Ende genauso abhängig sein von den USA wie bisher. ...
Optimistisch stimmt das nicht gerade. MS: Wir erleben gerade den perfekten Sturm. Wir haben Reformbedarf im Innern, eine Weltwirtschaft, die sich überhaupt nicht in unsere Richtung entwickelt - und wir haben ein Staatswesen in der Krise. ... Wenn der Handlungsdruck groß ist, dann werden Dinge möglich, die heute noch unvorstellbar sind. Und darauf steuert Europa im nächsten Jahr zu. ...