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Brüssel braucht ein neues Verständnis von Freihandel

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Bei den Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten oder Australien wurde vor allem über Zölle gestritten. Viel entscheidender ist es jedoch, dass die Verträge den Zugang zu Ressourcen und Technologie verbessern, argumentiert ein Ökonom des Kiel Instituts.

 

Die Debatten über die EU-Freihandelsabkommen mit Drittländern spiegelt die überkommene Güterstruktur des Handels und der Auslandsinvestitionen wider. (...)

 

Diese traditionelle Schwerpunktsetzung ist vor dem Hintergrund der geopolitisch geprägten Realität obsolet geworden und sollte neuen Prioritäten weichen. (...) haben der EU deutlich vor Augen geführt, dass sie ihre Blickrichtung ändern muss: viel stärker als bisher auf den Zugang zu den Upstream-Produkten, also die Rohstoffe, und weniger auf die Downstream-Produkte, verarbeitete Güter.

 

(...) Seit vielen Jahren gehören chinesische Auslandsinvestitionen in Ressourcen zu den Schwerpunkten der Pekinger Politik, die Lieferketten über die eigene Rohstoffbasis hinaus abzusichern.

 

Diese Frage ist für Deutschland umso wichtiger, als Auslandsinvestitionen in Rohstoffe und vor allem in die Energieversorgung bislang eine verschwindend geringe Rolle gespielt haben: (...). Damit kann Deutschland kaum auf Energiequellen im Ausland zurückgreifen, an denen es Eigenkapitalanteile hält. Es ist weitgehend auf die Käufe von ausländischen Lieferanten angewiesen. (...)

 

Wenn EU-Investoren sich an den Zugängen zu diesen Ressourcen als Anteilseigner beteiligen können, kann die EU Mittel über den Critical Raw Materials Acts (CMRA) und die Global Gateway Initiative bereitstellen und den Staaten eine strategische Partnerschaft anbieten. (...)

 

Das bedeutet, dass die EU in ihren Freihandelsabkommen Zusagen geben muss, den Technologietransfer in die Partnerstaaten zu fördern. (...)

 

Aus den tradierten Handelsabkommen würden am Ende kombinierte Handels-, Technologietransfer- und Investitionsabkommen. Mit ihnen kann das Fundament einer an gemeinsamen Interessen orientierten "Koalition der Willigen" gegen geopolitisch motivierte Erpressung gefestigt werden.

Kiel Institut Expertinnen und Experten

  • Prof. Dr. Rolf J. Langhammer
    Kiel Institute Researcher

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