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12.05.2025

News

US-chinesische Zollpause: Etwas Entspannung für die USA und China, geringe Effekte für die EU

Die 90-tägige „Zollpause“ zwischen den USA und China dürfte kurzfristig zu einer spürbaren Entspannung führen, besonders für die US-Wirtschaft. Simulationen mit dem KITE-Modell des Kiel Instituts für Weltwirtschaft zeigen, dass der Inflationsdruck in den USA zurückgehen könnte. Derzeitige Berechnungen weisen darauf hin, dass die Preise kurzfristig um rund 4,3 Prozent steigen dürften, was aber 1,2 Prozentpunkte weniger stark ist als unter vollem Zollregime mit bis zu zusätzlichen 145 Prozent Zöllen.

„In den kommenden Wochen rechnen wir mit einem regelrechten ‚Rush to the ports‘, da nun viele Lieferungen nachgeholt werden, die aufgrund der hohen Zölle und Unsicherheit zuletzt zurückgehalten wurden. Dennoch bleibt das Zollniveau deutlich höher als vor der Trump-Präsidentschaft. Wie es nach der 90-tägigen Pause weitergeht, ist unklar“, sagt Hendrik Mahlkow, Forscher in der Forschungsgruppe Handelspolitik am Kiel Institut für Weltwirtschaft. Die Wirtschaftsleistung der USA dürfte kurzfristig ebenfalls weniger stark belastet werden, da die Kosten für importierte Vorleistungsprodukte sinken. Auch hier zeichnet sich laut ersten Schätzungen eine Reduzierung der negativen Effekte auf das Bruttoinlandsprodukt von vormals -1,6 Prozent auf nun -1,3 Prozent gegenüber einer Situation ohne Zölle ab.

Kaum Auswirkungen für Deutschland und die EU

Für Deutschland und die EU bleiben die Auswirkungen der Zollpause gering. Die ohnehin schon moderaten Folgen des Handelskonflikts ändern sich durch die temporäre Entspannung nur marginal. „Weder Deutschland noch andere EU-Länder sind substanziell betroffen, da das Zollregime der USA auch weiterhin global gilt. Die Unsicherheit bleibt jedoch bestehen, und europäische Unternehmen müssen sich weiter auf eine volatile Situation einstellen“, ergänzt Mahlkow.

Globale Lage verbessert sich leicht

Weltweit dürfte sich die Situation kurzfristig ebenfalls entspannen, allerdings in geringerem Maße als in den USA und China. Die Simulationen deuten darauf hin, dass der Welthandel kurzfristig weniger stark zurückgeht als unter den vormals erheblich höheren Zollsätzen von bis zu +145 Prozent. So gehen die Exporte in die USA aus China um nun nur noch 19 Prozent innerhalb eines Jahres zurück, global um -0,65 Prozent. Julian Hinz, Forschungsdirektor für Handelspolitik am Kiel Institut für Weltwirtschaft, mahnt dennoch: „Handel bedeutet Wohlstand. Die EU sollte diese Pause nutzen, um sich weiterhin als offener und verlässlicher Partner im globalen Handel zu positionieren. Nur so kann eine weitere Abschottungsspirale vermieden werden.“ Das Kiel Institut für Weltwirtschaft verfolgt die Entwicklung weiterhin mit aktuellen Zahlen und Analysen auf dem Kiel Trade and Tariffs Monitor.

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