Konjunkturbericht
Weltwirtschaft im Frühjahr 2026: Nahostkonflikt stört wirtschaftliche Aktivität
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Die Weltproduktion blieb im Jahr 2025 trotz der Belastungen durch die US-Zollpolitik und dadurch erhöhte Unsicherheit robust und expandierte bis zuletzt in kaum verlangsamtem Tempo. Durch den Irankrieg droht nun jedoch die Energieversorgung empfindlich gestört zu werden, mit potenziell gravieren-den Folgen für die wirtschaftliche Aktivität. Derzeit wird allgemein damit gerechnet, dass Produktion und Transport von Öl und Gas aus den Ländern am Persischen Golf bald wieder in normalem Umfang erfolgen können. In diesem Fall, der auch unserer Prognose zugrunde liegt, wären die Auswirkungen nicht gravierend und blieben auf einen leichten Dämpfer für Weltproduktion und einen temporären Anstieg der Inflation begrenzt. So erwarten wir, dass die Weltwirtschaft in der Grundtendenz aufwärtsgerichtet bleibt, getragen von kräftigen Impulsen für Handel und Investitionen vom Boom der KI-Technologie. Die Geldpolitik ist weltweit deutlich gelockert worden und stützt inzwischen in den meisten Ländern die Konjunktur. Hinzu kommen in einer Reihe von Ländern Anregungen von der Finanzpolitik. Während die Aussichten für die Konjunktur in China nach wie vor getrübt sind, bleibt die Expansion in den Vereinigten Staaten robust. In Europa dürfte sich die allmähliche wirtschaftliche Belebung nach einem energiepreisbedingten Dämpfer ab der zweiten Hälfte dieses Jahres fortsetzen. Alles in allem rechnen wir wie im vergangenen Dezember mit Zuwachsraten der Weltproduktion – gemessen auf Basis von Kaufkraftparitäten – von 3,1 Prozent in diesem und 3,2 Prozent im nächsten Jahr. Das Risiko einer erheblichen Abschwächung der Weltkonjunktur ist angesichts der Unsicherheit über den Fortgang der Ereignisse im Nahen Osten allerdings größer geworden.